China Andreas Titelbild

Andreas über das Auswandern nach China

China ist ein wahres Rekordland der Superlativen, was man sich immer wieder vor Augen führen kann. Hier mal nur ein Beispiel: China ist nicht nur das bevölkerungsreichste Land der Erde, schon alleine die Anzahl der Schweine in China ist auf einem Level mit Europas Gesamtbevölkerung. Genügend Beilagen sind ebenfalls vorhanden. Gut 11 Millionen Säcke Reis können in China pro Tag umfallen. Aber weg von den Spielereien und hin zum heutigen Interview. Diesmal stand mir Andreas Rede und Antwort. Andreas ist Gründer und Schulleiter der LTL Chinesisch Sprachschule in Peking und lebt dort schon seit 2002. Was er in dieser Zeit alles erlebt hat, verrät er uns im Interview.

 

 

Wie bist du dazu gekommen nach China auszuwandern?

Ich hatte eigentlich gar kein besonderes Interesse an China oder Asien generell und wollte immer nach Amerika. Rein zufällig hat meine Universität ein Austauschjahr in Hong Kong angeboten und da konnte ich dann doch nicht nein sagen. Von dort bin ich nach China und in andere asiatische Länder gereist und die Erfahrung war unglaublich. Wenn man mal die Energie in China erlebt hat ist Amerika einfach zu langweilig und keine echte Option mehr.


Kann man die Sprache bei so vielen Schriftzeichen überhaupt wirklich fließend lernen?

Ja natürlich. Man muss ja auch nicht alle Schriftzeichen können um chinesisch zu sprechen, das können ja die meisten Chinesen selber nicht. So wie bei jeder Sprache muss man natürlich dafür arbeiten, aber Chinesisch zu lernen ist absolut möglich und wenn man es richtig macht um einiges einfacher als die meisten Leute sich das vorstellen.

 

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Kennen die Chinesen selbst eigentlich alle ihre Schriftzeichen?

Nein, die haben ja auch noch andere Sachen zu tun als den ganzen Tag sich nur Schriftzeichen zu büffeln.

 

In China gibt es ja unzählige verschiedene Dialekte. Welchen lernt man denn da am besten um sich gut verständigen zu können?

Ganz klar Mandarin. Die Lingua Franca Chinas ist Mandarin und wird in ganz China in allen Schulen und Universitäten als Umgangssprache verwendet. Aber du hat natürlich recht daß es in China sehr viele verschiedene Dialekte gibt. In Shanghai sprechen die Leute Shanghaihua und als ich letzte Woche dort war hatte ich doch einige Probleme mich mit Taxifahrern und einigen Leuten im Hotel zu verständigen. Die verstehen mich alle gut, da ich in Peking wohne und man dort Standard Mandarin spricht. Leute die an ihren Akzent gewohnt sind, können sie aber meist nur mit Problemen verstehen. Das ist das gleiche in Guangzhou, Xiamen, Hangzhou etc. da Standard Mandarin eigentlich nur in Peking und Nordost China als Muttersprache gesprochen wird.

 

Wie ist das Leben in einer Großstadt wie Peking?

Aufregend, schnell, spannend. Manchmal aber auch recht stressig und anstrengend. Langweilig wird einem hier nicht, aber die Schweizer Alpen sind halt doch etwas entspannender.

 

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Wie bist du auf die Idee gekommen eine Chinesisch Schule zu starten?

Weil ich selber weiter chinesisch lernen wollte und halt gesehen habe wie schlecht die Qualität des Unterrichts normalerweise ist. Wenn man dann mal selber so ziemlich alles falsch gemacht hat und danach weiterhin jahrelang andere Leute die selben Fehler machen sieht, denkt man sich dann halt irgendwann dass man das doch eventuell besser machen kann.

 

Für wen ist diese Schule gedacht und was genau vermittelst du?

Für Leute die wirklich Chinesisch lernen wollen. Wer nur nach China kommen will um mit Ausländern Englisch zu sprechen und sich zu betrinken, für den sind wir die falsche Schule. Die meisten unserer Schüler leben mit chinesischen Gastfamilien wo man dann zu Hause nur Mandarin spricht. Zusätzlich gehen sehr viele unserer Schüler nach Chengde wo es keine Ausländer gibt, niemand Englisch kann, man den ganzen Tag eben nur Chinesisch spricht und der Sprachfortschritt eben sehr viel schneller als woanders ist.

 

Wie unterscheidet sich die Chinesische Etikette von der deutschen?

Sehr anders. Wobei die Chinesen im Gegensatz zu uns gegenüber Europäischen Sitten sehr tolerant sind. Wenn sich in Europa ein Chinese eben wie ein Chinese benimmt, dann gibts da sehr wenig Verständnis dafür. Wenn ein Europäer in China sich nicht richtig benimmt, dann denken sich die meisten Chinesen dass der das nur nicht weiß und gar nicht so meint. Da können wir meiner Meinung nach noch einiges davon lernen.

 

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Gibt es viele andere Europäische Auswanderer in China die man im Alltag antrifft?

Ja, sehr viele. Die Deutsche Industrie lebt ja heutzutage prinzipiell von China. Audi, Mercedes, Siemens, aber auch der Mittelstand inzwischen schicken sehr viele Deutsche nach China. Es gibt in Peking dutzende Deutsche Restaurants, mehrere Deutsche Bäckereien, jedes Jahr einen Weihnachtsmarkt und mindestens zehn Oktoberfeste. In Chengde ist das natürlich anders, da gibts nicht mal Mc Donalds.


 

Zum Abschluss: Auf welchem Kontinent siehst du dich in 30 Jahren?

Keine Ahnung!

 

 

Bilder: Titelbild: Clker; Chinesische Mauer: neurolle – Rolf  / pixelio.de; Teehaus: Marlies Schwarzin  / pixelio.de; Hochhäuser: Carmen P. Baake  / pixelio.de

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