Nach Australien auswandern Surfen Titelbild

Annika über das Surfen und Australien

Meine heutige Interviewpartnerin ist eine Surferin, die für ihre Leidenschaft nach Australien ausgewandert ist. Surfen ist in Australien mit seinem guten Wetter, 36.700 Kilometern Küstenlinie und einer Bevölkerung die zu 80% in der Nähe eines Strandes lebt ein Nationalsport. Den Rekord für die längste gesurfte Strecke hält übrigens der Brasilianer Picuruta Salazar. Er ist auf einer Welle im Amazonas in 37 Minuten 12,5 Kilometer geritten. Aber zurück nach Australien. Annika, die ihre Erlebnisse beim Surfen und in Australien auf ihrem Blog festhält, erzählt uns im Interview mehr über das Surfen und das Auswandern nach Australien.

 

 

 

Wie bist du zum Surfen gekommen?

Ich habe letztes Jahr in einem Surfcamp für deutsche Jugendliche an der französischen Atlantikküste gearbeitet. Und dort gab es dann diese eine Welle, die mein Leben verändert hat. Seitdem bin ich “süchtig” und möchte mit dem Surfen nicht mehr aufhören.


Was bereitet dir daran so eine große Freude?

Wenn man eine Welle erwischt und sie entlang reitet, dann ist es für mich der größte Adrenalinkick überhaupt. Dazu kommt, dass ich es liebe im Wasser zu sein, das Meer, der Strand, das (in meinem Fall) gute Wetter, schlicht diese Verbindung mit der Natur ist ein sehr intensives Erlebnis. Außerdem hängt es von vielen Faktoren ab, ob man eine Welle reitet. Es gibt manchmal tage- oder wochenlang keine Wellen, die Bedingungen entsprechen nicht meinem Surfniveau (zum Beispiel wenn die Wellen zu groß sind) oder es sind zu viele andere (bessere) Surfer im Wasser, die mir die Wellen “wegschnappen”. Wenn man dann eine gute Session hat und viele Wellen reiten kann, dann ist man schon mal ziemlich glücklich für den Rest der Woche. Dieses Gefühl, dass man beim Wellenreiten hat, ist wie ein Motor, der einen immer wieder antreibt ins Wasser zu gehen und für die nächste Welle los zu paddeln.

 

Australien auswandern Erfahrungen

 

Wie schnell lernt man das Surfen?

Surfen an sich ist kein leichter Sport. Das Meer hat immer die Oberhand und mehr Kraft als man selbst. Dem muss man sich hingeben. Gerade am Anfang ist es schwer die Balance zu halten. Mir fehlt auch oft noch die Kraft auf eine Welle rauf zu paddeln, also genug Speed aufzubringen um aufstehen zu können und die Welle zu reiten. Das hat natürlich auch mit Technik, Balance und dem richtigen Surfboard zu tun. Viele Dinge müssen stimmen, damit man eine Welle surfen kann. Das kann dann mitunter auch schon mal frustrierend sein, zum Beispiel wenn man ewig nur rumpaddelt und nichts erwischt. Andererseits ist es einfach wahnsinnig schön auf dem Surfboard zu liegen, die Sonne scheint, das Wasser ist klar (zumindest wo ich wohne), man quatscht mit den Leuten und eine Welle zu reiten ist dann der Bonus. Es heißt der beste Surfer ist derjenige, der den meisten Spaß im Wasser hat. Jemand hat mal zu mir gesagt, wenn du aufstehen kannst, dann bist du eine Surferin. Das Aufstehen geht ziemlich schnell (meist schon in der ersten oder zweiten Surfstunde), demnach ist also jeder ein Surfer. Surfen ist ein ständiger Lernprozess und entlang des Weges kann man schon eine menge Spaß haben, dafür muss man kein Profi-Surfer sein.

 

Kannst du kurz den Vorgang erklären, wie du vom Rausschwimmen bis zum Wellenreiten kommst?

Das kommt immer auf den Surfspot an und kann ganz unterschiedlich sein. Es gibt verschiedene Arten von Breaks, also Untergründe über denen Wellen brechen- Sand, Riff oder Pointbreaks, Wellen brechen hier an einem “Punkt”, meist an Felsen. Grundsätzlich hat man beim Rauspaddeln das Ziel hinter die brechenden Wellen zu gelangen. Manchmal gar nicht so leicht und man wird gerade am Anfang ordentlich durchgewaschen. Am besten wartet man auf eine Setpause, denn die Wellen kommen immer in Sets und dazwischen gibt es Pausen, wo das Meer ruhiger ist. Diese Pausen nutzt man dann zum Rauspaddeln. Hat man es hinter die brechenden Wellen geschafft, setzt man sich auf sein Board und hält Ausschau am Horizont nach anrollenden Wellen. Hat man sich dann eine Welle ausgesucht, paddelt man los (möglichst nah am Peak der Welle, der Stelle wo die Welle bricht) steht auf und reitet die Welle. So leicht wie es sich anhört, ist es aber natürlich nicht. Das Meer zu verstehen und die Wellen richtig lesen, ist etwas das man erst mit der Zeit lernt.

 

Wie nach Australien auswandern und surfen

 

Wie sieht für dich ein guter Wellenritt aus nach dem du sagst „Das habe ich wirklich gut hinbekommen“?

Wenn ich es schaffe, die Welle am Peak zu erwischen, aufzustehen und dann die ungebrochene Welle für eine kleine Weile entlang zu reiten. Das ist für mich das absolut Größte im Moment! Aber auch wenn ich nur im Wasser bin und keine Welle erwische, aber es schaffe meine Ängste zu überwinden bin ich zufrieden mit mir. Surfen hat nämlich mehr mit dem eigenen Kopf beziehungsweise den eigenen Gedanken zu tun, als man vielleicht denkt. Genug Selbstbewusstsein aufzubauen ist enorm wichtig, um den Mut zu haben auch mal größere Wellen zu nehmen. Frei nach dem Motto, wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Aber auch das ist leichter gesagt, als getan und macht das Wellenreiten für mich nicht nur physisch sondern auch psychisch interessant und herausfordernd.

 

Erfahrene Skater können Tricks ausführen, zu denen Anfänger noch nicht in der Lage sind. Was können Profi-Surfer was Anfänger noch nicht können?

Das ist bei Profi-Surfern ähnlich wie bei Pro-Skateboardern. Auch im Wasser kann man viele Tricks ausüben, die Welle ist dann quasi die Rampe. Viele Tricks sind auch vom Skateboarding (und anders rum?!) inspiriert, viele Surfer skaten etc. Je besser man wird, desto besser werden auch die Tricks. Profi-Surfer können also ziemlich viel mehr als Anfänger- deshalb sind sie ja auch Profi-Surfer.

 

Wie schwierig war die Entscheidung, für das Surfen nach Australien auszuwandern?

Die Entscheidung war überhaupt nicht schwierig. Natürlich vermisse ich meine Familie, meine Freunde und meine Heimatstadt Köln. Aber ich liebe es einfach an der Gold Coast zu leben. Nicht nur das gute Wetter auch die Herzlichkeit und Offenheit der Menschen beeindruckt mich und die Nähe zum Meer ist für mich unschlagbar. So gut wie jeder surft hier und es gehört zum Alltag. Das finde ich großartig. Ich habe auf mein Bauchgefühlt gehört und da gab es dann eigentlich keine andere Option. Außerdem war es ein gutes Timing, nachdem ich meinen Master abgeschlossen hatte. Die Option zurück nach Deutschland zu gehen, gibt es aber natürlich. Zuletzt wird es am Ende des Tages von meinem Visum abhängen, derzeit habe ich nämlich nur ein Work & Travel Visum für 2 Jahre.

 

Womit verdienst du dort dein Geld? Bleibt da genug Zeit für das Surfen?

Ich bin jetzt seit gut einem Monat in Australien und arbeite als Nanny (Ich war vorher schon zwei mal hier). Ich muss sagen, ich hatte wirklich Glück mit meinem Job. Ich arbeite unter der Woche täglich rund 4-5 Stunden und habe die Vormittage frei. Das heißt ich kann surfen gehen. Es ist gerade einfach ideal. Langfristig möchte ich aber natürlich versuchen einen Job in meinem Bereich zu finden. Aber auch dann werde ich einfach morgens, wie viele anderer hier, vor der Arbeit surfen gehen. Oder mir mal einen Tag frei nehmen, wenn gute Wellen angesagt sind. ;-)

 

Surfen

 

Wird es nicht langweilig wenn du so gut wie jeden Tag surfst?

Auf keinen Fall!!! Kein Tag ist wie der andere, keine Session ist gleich, das Meer, die Bedingungen sind immer unterschiedlich. Außerdem gibt es hier eine Auswahl an Spots, an denen ich surfen kann. Da wird es definitiv so schnell nicht langweilig!


Du hast dir mit all dem praktisch einen Lebenstraum erfüllt. Was kannst du Leuten raten, die gerade über etwas ähnliches nachdenken?

Einfach machen- auf sein Gefühl vertrauen und wenn es sich richtig anfühlt, dann ist es auch die richtige Entscheidung. Das war für mich ein Prozess, etwas das sich entwickeln muss. Aber ich finde das Leben ist einfach zu kurz, um es mit Dingen zu vergeuden, die man nicht wirklich machen will oder die einen unglücklich machen. Das Leben ist kostbar und jeder Tag ein Geschenk- ich möchte es nutzen.

 

 

Bilder: Titelbild: Clker; Bild unter Frage 2: Enrico Mattivi  / pixelio.de; Bild unter Frage 4: Andreas Hermsdorf  / pixelio.de; Bild unter Frage 8: Annika/eatplaysurfblog

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