Grafiker werden Titelbild

Daniel über seinen Beruf als Grafiker

Im Alltag stoßen wir ständig auf verschiedene Designs, Logos oder Layouts. Auf Werbetafeln, Verkehrsschildern, auf den Verpackungen im Supermarkt und sogar hier im Blog stoßen wir auf die Arbeit von Grafikern. Wenn es keine Grafiker gäbe, würden wir heute außerdem noch an Computern mit Kommandozeile sitzen, anstatt hübsch ausgearbeitete Betriebssysteme zu benutzen. Daniel ist ein Grafiker, der seine Arbeiten und Gedanken auf seinem Blog festhält. Im Interview erklärt er uns seinen Beruf.

 

 

 

Wie bist du zu deinem Beruf als Grafiker gekommen?

Das habe ich ganz unspektakulär einem Berufsberater zu verdanken. Nach der Schule weiß man ja nie so recht, wohin mit sich selbst und ich begann erstmal eine 08/15-Ausbildung. Glücklich war ich damit nicht und habe eher an Flugblättern gebastelt. Ich ging dann ganz unzufrieden zur Berufsberatung und der gute Mann meinte, dass es da einen neuen Beruf gäbe, der zu mir passt: Druckvorlagenhersteller. Eine Weiterentwicklung des Schriftsetzer-Berufes und der frühe Vorläufer des Mediengestalters.



Was sind deine Werkzeuge? Werden manche Dinge noch auf Papier gezeichnet?

Ich bin eher noch alte Schule; benutze also gerne Papier für Vorablayouts oder grobe Skizzen. Auch meine ToDo-Liste liegt auf meinem Schreibtisch und was fertig ist, streiche ich ab. Trotzdem sind natürlich Dienste wie Evernote nicht mehr wegzudenken. Alles andere wird dann direkt am Rechner erledigt. Im Einsatz die üblichen Software-Werkzeuge. Ich bin hier ziemlich breit aufgestellt und nutze neben den populären Adobe-Produkten (InDesign, Photoshop, Illustrator) beispielsweise auch noch QuarkXPress.

_Bleistift Stift Block Zeichnen

Kannst du kurz beschreiben, wie aus einem Kundenwunsch ein fertiges Design wird?

Das wichtigste ist, mit dem Kunden zu reden, sein (beworbenes) Produkt zu kennen und zu verstehen, was er erreichen will. Das ist schonmal die halbe Miete. Danach folgt ein Grobentwurf als Orientierung. An dem wird gebastelt und irgendwann steht das Layout. Bei Unternehmen, mit denen man schon eine Weile zusammenarbeitet, geht das verständlicherweise fix. Bei neuen Auftraggebern kann es aber auch passieren, dass ein Layout in mehrere Korrekturphasen geht, weil man schlicht und einfach die Befindlichkeiten noch nicht genau kennt.

Manchmal ist der Auftraggeber noch unschlüssig. Hier wird man dann gleichzeitig zum Berater und muss die Art und Weise der Werbung erklären. Letztlich muss es dem Kunden natürlich gefallen, aber als Grafiker weiß man ja doch schon ein wenig besser, was auffällt oder welche Designs man meidet, weil sie gerade inflationär verwendet werden. Da muss man oft recht überzeugend sein.

 

Sieht man Werbung oder Zeitungen mit anderen Augen wenn man über den Design-Prozess Bescheid weiß?

Als ich mit dem Grafik-Design anfing, war es ganz schlimm. Ich konnte an keinem Plakat, Straßenschild, Flyer oder Magazin vorbeigehen, ohne das unterbewusst durchgerattert ist: wie wurde das gesetzt, welche Schriftart ist das usw. Mittlerweile ist es ja so, dass fast alle Lebensbereiche mit Designs überschwemmt sind. Da nimmt man vieles gar nicht mehr war. Man erkennt eher beiläufig die verschiedenen Handwerkstechniken; besonders die wenigen guten Gestaltungen fallen ins Auge. Über mieses Design sehe ich mittlerweile hinweg. Ich weiß ja, was ich früher manchmal für einen Mist verzapft habe. Wenn ich allerdings größeren Kampagnen sehe, wo kleine aber offensichtliche Fehler in der Typografie oder im Design das ganze Layout kaputtmachen. Da ärgert man sich schon ein wenig, dass anscheinend keiner der Beteiligten das gemerkt hat.

 

Was macht deiner Meinung nach ein gutes Werbeplakat aus?

Das Plakat sollte auffallen, darüber dürften sich alle einig sein. Aber dann trieselt es sich auf: Ein Plakat für eine Galerie sieht anders aus, als das für ein Konzert. Eine Messe wird anders beworben als ein Sommerfest. Wichtig ist auch, wo das Plakat hängen soll. Hängt es allein in einem Unternehmen, an einem Messestand, in der Bahn oder kommt es an Plakatwände, Litfaßsäulen etc.? Oder erscheint es im Rahmen einer größerer Kampagne?

Je nachdem werden die Inhalte und das Design gewichtet. Generell sollte ein Plakat nicht überfrachtet werden. Wichtig ist ja, dass das Auge am Objekt hängen bleibt und zu erkennen ist, worum es geht. Alles andere obliegt der Entscheidung und den Erfahrungen des Grafikers.

 

Wie viel Zeit braucht es, ein Plakat oder einen Prospekt zu designen?

Generell muss man ja unterscheiden zwischen der effektiven Arbeitszeit, also wo man wirklich am Rechner sitzt und gestaltet, und der Zeit, wo der Entwurf beim Kunden liegt, Korrekturen besprochen werden usw. Man hat ja nie nur den einen Auftrag sondern arbeitet ja parallel. Effektiv gibt es keine festen Werte. Vor kurzem hatte ich beispielsweise ein etwas umfangreicheres Plakat, dass in drei/vier Stunden fertig war und auch so nach kleinen Änderungen gleich vom Kunden abgenickt wurde. Oft geht es aber auch durch Abteilungen und dauert ein paar Tage, bis man eine Rückmeldung erhält.

Prospekte oder Kataloge sind da noch etwas aufwändiger. Man sitzt bereits an der Gestaltung und am Einarbeiten der Inhalte viele Stunden. Bei wenigen Änderungen kann alles in einer Woche erledigt sein. Oft werden jedoch Inhalte getauscht, da fällt ein Produkt weg oder ist nicht mehr lieferbar, ein Foto fehlt usw. Da kann sich die Produktion dann schon mehrere Monate hinziehen.

 

Ist es schwierig genau das zu designen, was der Kunde will?

Eigentlich nicht. Es ist wie gesagt nur wichtig, dass man mit dem Auftraggeber redet, um genau zu erfahren, was er genau will. Lieber ein Gespräch mehr und ein paar Beispiele durchgehen, als dann während des Layouts ewig herumzudoktern. Mit der Zeit besitzt man jedoch eine gewisse Erfahrung und erkennt schnell, was der Kunde will und inwieweit er in den Gestaltungsprozess eingebunden werden möchte.

 

Welche Designs sind momentan beliebt?

Ich habe das Glück, dass die Kunden mittlerweile zu mir kommen und unabhängig von Design-Hypes auf meinen eigenen Gestaltungsstil vertrauen. Natürlich bekommt man am Rande mit, was gerade Trend ist und guckt sich das auch an. Ich war aber noch nie der Typ, der das jetzt auf Teufel-komm-raus in seinen Projekten umzusetzen muss.

 

Ein Plakat von Daniel designt
Ein Plakat von Daniel designt

Was muss man beherrschen, um Grafiker werden zu können?

Natürlich muss man ein Auge für Proportionen, Formen und Farben haben. Dazu kommen typografische Kenntnisse und das nötige Wissen in der Bedienung der Software. Die deutsche Rechtschreibung und Grammatik sollte man beherrschen und nicht zuletzt pünktlich und zuverlässig sein. Will man sich selbstständig machen (was ich erst nach einigen Jahren Erfahrungensammeln in einer Agentur empfehle) sollte man den Wert seiner eigenen Arbeit richtig einschätzen und gut mit Menschen umgehen können.


 

Was macht dir Spaß an deinem Job?

Grafik-Design ist sehr abwechslungsreich. Heute mal einen Flyer, dann einen Katalog oder mal ein Logo. Es wird nie langweilig und man lernt täglich dazu. Nicht nur handwerklich, sondern auch durch die Inhalte der Magazine/Broschüren die man gestaltet.

 

 

Bilder: Titelbild: Clker; Picknick Wiese Bild: Daniel Wiese

  • Prunus Müller

    Der Beruf des Herren ist wohl eher “Mediengestalter” – Denn das, was ich hier lese, klingt sehr einseitig. Als Graphikdesigner hat man, im Gegensatz zum Mediengestalter, ein erweitertes Know-How wenn es um Zeichnen bzw. Illustrieren und Werbewirkung geht. Das lernen die Mediengestalter meist nicht, bei den Graphikdesignern ist das in der Ausbildung jedoch standart.

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