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Der Personal Trainer Robert über seinen Beruf

Trainieren gehen oder die Ernährung umstellen sind Dinge, die heute sehr viele Menschen machen. Einige haben dabei konkrete Ziele, andere wollen sich selbst nur etwas gutes tun. In vielen Fällen kann man in solchen Situationen ein wenig Hilfe gebrauchen und die kann man bei einem Personal Trainer bekommen, der einen beim Training, der Ernährung oder der Kopfsache weiterhelfen kann. Mein heutiger Interviewpartner Robert ist Personal Trainer in Berlin und erzählt auf seinem Blog mehr zum Thema. Im Interview bringt er uns seinen Beruf ein wenig näher.

 

 

Wie und warum bist du Personal Trainer geworden?

Ich wusste nicht was Personal Training ist, kannte den Begriff oder die Berufsbezeichnung nicht, obwohl ich es Mitte der 80ziger Jahre bereits tat. Es hat mir großen Spaß gemacht und es hat mein Herz erfüllt meine damalige Partnerin auf ihren ersten Wettkampf im Bodybuildingbereich vorzubereiten. Oft kamen Freunde, Nachbarn oder Kollegen mit ins Gym am Prenzlauer Berg, um sich von mir bei ihren ersten Fitness Sessions unterstützen und beraten zu lassen. Mehr als verbale Dankbarkeit und ein Brathähnchen fielen dabei zunächst nicht ab und es war auch nicht mein Bestreben seinerzeit. Aber wie es häufig so ist mit dem Hobby welches man liebt, mehr und mehr übernahm ich in den 90zigern nebenberufliche Tätigkeiten in verschiedenen kleineren Familiengyms in Berlin. Als Trainer, Ernährungsberater, Betreuer, Vertragsschreiber und Eiweißshaker sammelte ich Erfahrungen. Später arbeite ich sogar als Aerobicinstruktor, leitete Spinning, Body Pump und Tae Bo Kurse und gab mit Freude die „Tanzmaus“. Und da kam bereits etwas in die Kasse. Hey, ich kann mit dem was mir am meisten Spaß macht Geld verdienen, großartig, dachte ich! Und mein Umfeld trug offensichtlich das Übrige bei – und Personal Training hatte sich auch in Deutschland zu diesem Zeitpunkt rumgesprochen.

Obwohl es mich zunächst nicht interessierte aber sich unterbewusst wohl irgendwie verankerte. Dann breiteten sich die Fitnessketten in Deutschland aus und die brauchten Fachleute für Ihre Personalpools. So wurde ich Trainingsleiter bei der damaligen Fitness Company (heute Fitness First) und verdiente ab 2000 somit erstmalig auch hauptberuflich meine Brötchen im Fitnessbereich. Meine sehr persönliche Arbeitsweise, fiel damals nicht nur den Mitgliedern sehr positiv auf, sondern gefiel meinem  Arbeitgeber nicht immer. Das ertrug ich manchmal, solange, bis ich die völlig verschiedenen „Verkaufsmotive“ dahinter verstand-„Masse vor Klasse“, denn Klasse kostet Zeit und die kostet Geld. Das entsprach nicht meiner Vorstellung von Qualitätstraining. Und als ich irgendwann neben einigen privaten Engagements außerhalb von einigen Mitgliedern fast zeitgleich mit der Frage konfrontiert wurde: „arbeitest du auch privat?“ begann ich über eine dauerhafte Selbstständigkeit als Personal Trainer nachzudenken.


Unter dem Begriff kann man sich ja eine Menge vorstellen. Was genau machst du mit deinen Klienten?

Was ich mit meinen Klienten mache, hängt davon ab was diese wollen. Und die Maßnahmen sind immer persönlich auf die Person, respektive auf deren Wünsche, Ziele und Bedürfnisse ausgerichtet. Wir schauen nach einer medizinischen und mentalen Anamnese, welche Trainingsformen in welcher Dichte am besten passt. Im Training selbst ist neben Fitness das persönliche, motivierende und gewinnbringende Gespräch Grundlage für das Teamwork. Natürlich geht es häufig um die Verbesserung körperlicher Parameter wie Übergewicht, Rückenproblematik, Rehabilitation und Bodyshaping, aber bei weitem nicht nur. Seit einiger Zeit, sind die Bewältigung von Stressfaktoren, innere und äußere Kommunikation und mentale Stärkung sehr gefragt. Deshalb arbeite ich über das Körperliche hinaus als Mentalcoach mit vielen meiner Klienten. Ich habe da mein Tätigkeitsfeld mit Erfolg und Freude den Bedürfnissen der Kunden angepasst.

 

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Ist es möglich mit jedem Klienten zum Ziel zu kommen oder passiert es dir auch dass es mal nicht klappt?

Ziele sind immer individuell und nicht immer realistisch. Wenn das Ziel mal nicht erreicht wird, ist es unter anderem das „Scheitern“ an selbstauferlegten Zeitachsen, bei denen es nicht immer gelingt als Bremser so zu agieren, das die Klienten sich selbst nicht demotivieren. In einer Leistungsgesellschaft geht es immer um schneller, höher, weiter mit schwerwiegenden Folgen. Manchmal setzen sich Klienten neben ihrem Job auch im Freizeitbereich einem enormen Erfolgsdruck aus und wollen eine Veränderung und gleichzeitig, dass ihre Zeit, Lebens –und Denkstruktur möglichst so bleibt wie sie ist. Da beißt sich dann die Katze in den Schwanz! Auch für das Zeitmanagement, als Voraussetzung für regelmäßiges Training, ist nicht jeder zum Weltmeister geboren. Priorisierung ist dann das zu beackernde Feld mit meinen Klienten. Häufig gelingt es aber auch, innerhalb eines Trainigsblocks das Ziel so zu modifizieren, das eine bestimmte Gewichtsmarke oder das Marathonziel nicht mehr ausschließlich als alleiniges Indiz für Trainingserfolg gewertet wird. Dann ist es oft der, durch das Training gesteigerte, lange nicht mehr erlebte und deutlich höhere Wohlfühlfaktor, als ohne körperliche Betätigung zuvor. Aber ein Aufgeben oder „Scheitern“ gibt es nicht, es gibt nur Feedback um die Sache künftig besser zu machen.

Also sollte ein Personal Trainer behaupten, er bringe immer alle Klienten ans Ziel ist das eine unseriöse Antwort. Dennoch bleibt Personal Training die wohl effektivste Veränderungsform im Fitness- und Mentalbereich. Nach meinen Statistiken liegt das tatsächliche Erreichen der Ziele meiner Klienten über 80%. Im Fitnessstudio, in dem sehr viele ohne Anleitung trainieren sind es ca. 7% wie die Sporthochschule in Köln feststellte.

 

Wenn du mit vielen Leuten am Tag zusammen Sport machst, wie fertig bist du dann abends?

Naja, würde ich jede Trainingseinheit voll mit trainieren, wäre das ein auf Verschleiß arbeiten, weil auf Dauer Regenerationszeiten fehlen. Da musste ich schon meine Erfahrungen machen. Ich habe mich auf einen Teil der Trainingseinheiten mit trainieren und den anderen Teil aufs reine Coaching verlegt, was gut funktioniert. Dennoch braucht es Enstpannungsphasen, auf die ich nicht mehr verzichten kann und will. Freizeit und Entspannung heißt, Meditation, Selbsthypnose, Sauna, Massagen und als Fan auf den Fußballplatz die Lunge trainieren! Und ist man Abends nicht müde, scheint irgendetwas falsch zu sein.

 

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Wie viel Prozent eines Personal Trainings ist trainieren und wie viel Ernährung?

Die Frage bezieht sich wohl auf den Bereich Gewichtsreduktion und Körperformung. Wenn man die Kerze an beiden Enden zeitgleich anzündet brennt diese wohl am schnellsten ab. So auch bei dieser Trainingsform beziehungsweise Zeilsetzung. Beides, Training und Ernährung sind hier immens wichtig für den Erfolg und stehen gleichberechtigt nebeneinander. Weil bei vielen Diäten, die körperliche Komponente nicht oder nur unzureichend mit eingebunden ist gelingen wenige dieser Diätkonzepte auf Dauer. Andererseits reicht es nicht aus nur zu trainieren, in der Hoffnung, nichts am Ernährungskonzept ändern zu müssen. Grundsätzliche geht es immer um ein zielführendes Verhältnis von Energieein- und Ausgang. Im Falle der Reduktion, muss mehr verbrannt als zugeführt werden.


Was macht dir Spaß an deinem Beruf?

Konfuzius hat gesagt: „wähle einen Beruf den du liebst, und du brauchst keinen Tag in deinem Leben mehr zu arbeiten“. Ich empfinde die „Tätigkeit“ an und mit meinen Klienten nicht als Arbeit. Auf die Uhr schaue ich nur forcierend, wenn der Berliner Verkehr damit droht meine Zeitstruktur oder Termine zu zerstören. Die Entwicklung meiner Klienten zu sehen erfüllt mich mit Freude und Genugtuung. Und immer wieder kehren Klienten nach Pausen zurück, was ein schönes Feedback ist. Hobby zum Beruf ist einfach ein enormer Gewinn an Lebensqualität.

 

 

Bilder: Titelbild: Clker; Gewichte: Rainer Sturm  / pixelio.de; Läufer: GG-Berlin  / pixelio.de

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