Snowboard Titelbild

Der Snowboardlehrer Ausbilder Jonas über Snowboardfahren, Schnee, Technik und mehr

Über 800.000 Menschen in Deutschland fahren im Winter regelmäßig Snowboard, eine weitere gute Million zumindest einige male. Das längste Snowboard der Welt ist übrigens 10 Meter lang, 2 Meter breit und kann von 27 Leuten gleichzeitig gefahren werden. Alternativ kann man es mit dem Snowboard auch Jason Buchanan gleichtun, der sich mit gut 100 Sachen von einem Auto hat ziehen lassen oder man bleibt wie Bernhard Mair gleich 180 Stunden auf dem Brett und legt in dieser Zeit 820 Kilometer zurück. Man kann aber auch ganz normal Snowboard fahren, so wie es mein heutiger Interviewpartner Jonas tut. Jonas arbeitet als Ausbilder für Snowboardlehrer und erklärt uns im Interview mehr über das Snowboarden und alles was dazugehört.

 

 

Wie bist du zum Snowboarden gekommen?

Ich stehe jetzt schon seit 16 Jahren auf dem Snowboard, trotzdem kann ich mich noch ganz gut an die Anfänge erinnern. Zuerst hatten meine Kumpels und ich die damals neue Sportart von Bildern und aus Zeitschriften kennengelernt. Das war neu und extrem cool! viel cooler als Ski fahren, vor allem wegen den vielen Freestyle Tricks die die Amis damals schon drauf hatten. Die ersten Snowboard Versuche fanden auf Skateboards statt, an denen wir die Rollen und Achsen abgeschraubt hatten. Ziemlich wackelige Angelegenheit, aber für uns der erste Schritt zum Snowboarden.



Im kommenden Winter bekam ich mein erstes Board mit der Auflage meiner Eltern einen Kurs zu besuchen den ich meiner Meinung nach natürlich nicht brauchte. Obwohl ich mit meiner Meinung nicht schlecht lag, war es nicht schlecht die Basics von einem Könner zu lernen. Am zweiten Tag hab ich allerdings den Kurs verlassen, da ich lieber Kicker springen statt Kurven fahren wollte, was ich erstaunlicherweise nach einem halben Tag schon ziemlich gut konnte.

 

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Wenn man im Winter gerne Schlittschuhlaufen geht, geht man immer Sommer vielleicht gerne als Ersatz Inliner fahren. Welche Alternativen zum Snowboarden hat man wenn Sommer ist?

Im Grunde genommen gibt es nur eine Wahre Sommer Alternative – das Surfen! Wellenreiten kommt dem Tiefschneefahren mit dem Board ziemlich nahe. Da ich aber leider nicht in der Nähe von surfbaren Wellen wohne greife ich zum Windsurf- oder Kitesurfmaterial. Ziemlich genial ist mein Job bei dem ich Canyoning Touren führe, hier kann ich auch im Sommer Tricks für das Snowboard trainieren. Andere gehen aufs Trampolin oder ins Schwimmbad, ich mach meine Saltos und Corks von Felsen in schmale Schluchten. Ziemlich genial :D Außerdem halte ich mich beim Mountainbiken fit und trainiere mein Gleichgewichtssinn. Die Slackline ist übrigens perfekt um die Muskulatur für den Winter zu trainieren!

 

Wie schwierig ist es, Snowboarden zu lernen?

Mit einem guten Lehrer ist das ganz einfach und macht jede Menge Spaß. Meine Schüler können in der Regel nach dem zweiten Kurstag locker einfache und mittelschwere Pisten sicher bezwingen. Wer Lust hat und ein bisschen Bewegungstalent mitbringt, wird sehr schnell Fortschritte machen.

 

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Geht es beim Snowboarden eher um Geschwindgkeit oder Tricks und Sprünge?

It’s all about Style! :D Wie beim Skifahren auch, gibt es beim Snowboarden diverse Disziplinen. Auch wir fahren zum Beispiel Dualslalom oder messen uns beim spektakulären Boardercross. Viele Verbinden Snowboarden aber mit Tricks und Sprüngen, also dem Freestyle, was definitiv ein sehr großer Bereich im Snowboarden ist. Für mich ist es das Größte, Geschwindigkeit mit Style zu verbinden und das am besten abseits der Piste im „Powder“. Hier ist es mein Ziel eine möglichst radikale Line zu finden und diese mit ordentlich Speed und Sprüngen zu bezwingen. Da habe ich genau das Gefühl von Freiheit kombiniert mit Adrenalin, was mich beim Snowboarden am meisten reizt.

 

Du bildest ja Snowboardlehrer aus. Was bringst du denen genau bei, Snowboard fahren können die ja sicher alle schon?

Richtig, Snowboard fahren können die angehenden Snowboardlehrer schon, mal mehr, mal weniger. Die Teilnehmer lernen noch sehr viel zu ihrem Fahrkönnen dazu und wir können für jede Disziplin wertvolle Tipps zur Verbesserung geben. Die Teilnehmer machen in einer Ausbildungswoche meist nochmal einen gewaltigen Schritt in Sachen Fahrkönnen und werden zu souveränen SnowboardlehrerInnen. Neben dem eigenen Fahrkönnen geht es natürlich auch um die Technik, sowie die Methodik und Didaktik, also den Weg zum Ziel und wie ich einen Kurs sinnvoll in Teilschritte zerlege und möglichst individuell und auf meine Schüler angepasst gestalte. Man geht zum Beispiel auch typische Anfängerfehler durch und analysiert Bewegungsabläufe in ihren Teilschritten um dann dem späteren Schüler Tipps zur Vermeidung an die Hand geben zu können.


Du bist dann ja praktisch der Ausbilder der Ausbilder. Wer hat dich dann ausgebildet?

Es gibt beim DSV drei verschiedene Ausbildungsstufen, man beginnt mit der Grundstufe, dem C-Trainer Snowboard. Danach kommt der Instructor beziehungsweise B-Trainer und zu guter Letzt, die höchste Ausbildungsstufe, der A-Trainer und DSV Snowboardlehrer. Hat man den A-Trainer erreicht und diesen auch noch mit sehr guten bis guten Noten bestanden, kann man bei besonderer Eignung für das Ausbilderteam vorgeschlagen werden. Dann gibt es eine Sichtung bei der man in das Team berufen wird oder nicht. Wir im Landeslehrteam haben jedes Jahr 2 sogenannte Kompetenztreffen, bei denen wir relevante Themen durchsprechen und diskutieren und uns auch gegenseitig in den verschiedenen Disziplinen (Wir habe Experten aus allen Bereichen) coachen.

 

Wie stehen die Füße auf dem Brett? Ist das immer bei jedem derselbe Winkel oder lässt sich das ändern, je nachdem was man machen will?

Meine Bindung ist auf 14/-14 eingestellt. Diese Einstellung nennt sich Duckstance und ist besonders für Freestyle ambitionierte Snowboarder und Anfänger empfehlenswert. Der Bindungswinkel ist aber individuell anpassbar, so kann man sein Brett auch zum Beispiel auf Race (30/15) oder Freeride (15/-8) trimmen. Wie groß oder klein die Winkel gewählt werden, hängt letztendlich vom eigenen Stil und den eigenen Vorlieben ab. Ich komme mit meiner Einstellung in allen Lebenslagen sehr gut zurecht und verzichte deshalb auf ein ständiges hin und her schrauben.

 

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Wo in Deutschland sind die besten Orte fürs Snowboarden?

Definitiv im Oberallgäu :) Der vergangene Winter war der Wahnsinn, so viel Schnee und vor allem Tiefschneetage hatten wir schon lange nicht mehr. Unsere Skigebiete sind zwar nicht extrem hoch (maximal 2224 Meter Nebelhorn), aber die Dichte an vielen kleinen und mittelgroßen Skigebieten ist der Hammer. Mit der entsprechenden Saisonkarte ist man flexibel und kann aus 35 Skigebieten wählen. Bei der riesen Auswahl ist wirklich für jeden was passendes dabei, egal ob man entlegene Hänge zum Freeriden sucht, einfach nur auf breiten und gut präparierten Pisten Gas geben möchte, oder zum Freestylen in einen der vielen gut gepflegten Funparks gehen möchte.


Was macht dir Spaß am Snowboarden?

Alles! Die Einsamkeit auf dem Berggipfel bei einer Freeride Tour, das gesellige Treiben im Funpark und das gemütliche cruisen auf der Piste.

 

 

Bilder: Titelbild: Clker; Video und Bilder im Artikel: Jonas

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