Eichhörnchen Buch

Die Buchautorin Maria über das Schreiben, Natur und Tiere

400 Millionen Bücher kaufen alle Deutschen zusammen jährlich und legen dafür gut vier Milliarden Euro auf den Tisch, das entspricht dem Bruttotinlandsprodukt von Mauretanien. Verantwortlich für einige dieser Bücher, sowie weitere Magazine und Filme ist meine heutige Interviewpartnerin Maria. Maria lebt auf dem Land und somit haben auch viele ihrer Bücher mit Natur und Co. zu tun, wie wir auf ihrem Blog erfahren können. Im Interview erzählt sie uns mehr über ihren Beruf als Autorin und Journalistin.

 

 

Wie bist du dazu gekommen Autorin und Journalistin zu werden?

Ich habe schon als Kind  immer Leute ausgefragt. Mich interessierten vor allem Menschen, was sie machen, was für Ideen und Träume sie haben. Dennoch wollte ich schon als Kind Tierärztin werden, aber für Großtiere war ich zu dünn . Da habe ich mich entschieden, Journalistin zu werden, natürlich habe ich gern geschrieben und war in Deutsch gut. Aber es ist die Neugier auf das Leben und die Lust immer wieder Neues zu entdecken und zu finden.

Man muss brennen,  begeistert sein, von dem was man macht und Freude daran haben. Dann ist man auch kreativ. Mein erster Chefredakteur sagte mal zu mir die Geschichten liegen auf Straße.  Erstmal habe ich da keine rumliegen sehen. Es war „ saure Gurkenzeit“. Nix los und dann habe ich nicht nur die Augen sondern alle Sinne aufgemacht und dann findet man wirklich Geschichten. Überall. Das geht mir bis heute so.

Ich habe neu einen Blog mit Marias Hofgeschichten eingerichtet und dann denke ich morgens manchmal beim Aufstehen: Was schreibst du heute bloß? Und dann tut sich das Leben auf. Herrlich. Jeden Tag was Neues, so kann aus einer kleinen Maus im Haus eine lustige Fahndung werden.


Was macht dir Spaß am schreiben?

Das Schreiben an sich mit Buchstaben, Worten und Sätzen, den verschiedenen Charakteren, Erlebtes, Gefühlen eine Gestalt zu geben, etwas zu vermitteln, Bilder in den Köpfen der Lesenden zu malen, sie zum Lachen zu bringen (das ist mit das Schönste), und zu berühren, Mutmachen und ein ganz klein wenig dazu beitragen, dass sich Dinge zum Positiven verändern. Tolle Tipps geben für die Gesundheit und für die Seele, fürs Glücklichsein. Schreiben ist einfach toll!!

 

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Was braucht man um das machen zu können? Einfach Kreativität?

Schreiben ist auch ein Handwerk; ich könnte auch keine Heizung einbauen. Auch Naturschreibtalente sollten Regeln beherrschen. Das sehe ich ein wenig als Problem, jeder schreibt heute. Ich singe auch gern, könnte aber niemals auftreten. Das wäre peinlich. Ideenreichtum ist ganz wichtig, und das Knowhow zu beherrschen ebenso. „Nimm den Leser an die Hand“ ist einer meiner Grundsätze beim Schreiben. Ich hatte auch tolle Lehrer: Ernst-Alexander-Rauter, Dr. Friederich Mielke…. davon profitiere ich heute noch.

Ganz wichtig ist Disziplin beim Schreiben. Denn Schreiber sind einsam, sie brauchen Ruhe und Zeit. Mangelware heute.

 

Wie lange schreibst man an einem Buch?

Unterschiedlich lange, aber ich bin sehr schnell. Wenn ich einen Ratgeber schreibe, wie jetzt über den Bauch (Darm & Co) dann muss ich viel dazu lesen und recherchieren und brauche für 100 Seiten einige Monate.

Eigenes, Geschichten, die mir das Leben vorschreiben, fließen ganz, ganz schnell. Da kommen die Finger auf der Tastatur nicht hinterher. Nur das Redigieren dauert oft lange. Man findet immer viele Fehler und möchte Verbesserungen. Mein erstes Buch „ Der lange Abschied“ war in einigen Wochen fertig. Dann meinte Friederich Milke ich sollte das Wichtigste an den Anfang eines jeden Satzes setzen. Er hatte Recht. Da kommt Spannung rein und ich habe das ganze Buch Satz für Satz umgeschrieben.

 

Wie muss man sich das vorstellen? Sagst du dir einfach „ich schreibe jetzt ein Buch“ oder sind das Ideen die sich langsam entwickeln?

Leider habe ich immer zu viele Ideen für Bücher und möchte immer nur schreiben. Ich habe gemerkt, dass ich nicht unbedingt aus der Sicht eines Mannes schreiben könnte. Ich bin nun mal auch kein Mann, also müsste ich vermuten, so tun als ob. Und dann liegen mir auch mehr authentische Bücher. Was mich bewegt, das schreibe ich am liebsten. Zum ersten Mal schreibe ich gerade an einem Buch, bei dem ich als Protagonisten als Charly/Charlotte auftrete. Das gibt mir viel mehr Freiheiten. Da reden die Leute, die mich kennen (und vor allem die mich nicht mögen) über mich und„ zerreissen sich das Maul“. Ich lebe ja schon ein wenig anders als die meisten Frauen so um mich herum, die lieber Golf spielen und Bridge statt Lamas zu halten.

 

Was für Tiere hast du alles auf deinem Bauernhof?

Eine bunte Mischung von etwa 30 Tieren leben mit mir, einige als Kurgäste auf Dauer, weil es ihnen nicht so gut ging, wie das ehemalige Zirkuslama Sancho. Vom Koy, über Hühner, Laufenten, Hunde, Katzen, Pferde, Lamas bis zur Ziege sind hier.

 

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Spielen deine Tiere eine große Rolle für deine Artikel und Bücher?

Ja inzwischen die Wichtigste, ohne sie würde ich nie so viele Ideen haben und so viel Lebensfreude. Ich schreibe über sie und für sie.
Die sind alle so witzig und ehrlich und echt.

 

Die vielen Tiere sind ja ein ziemlicher Aufwand, bleibt da noch Zeit zu schreiben?

Lieber Marten, das ist eine echt gute Frage. Am liebsten würde ich den ganzen Tag da draußen sein, nicht nur reiten, sondern neue Dächer und Ställe bauen, bei den Hühnern sitzen und einfach nur runter kommen. Mit den Hunden im Wald sein. Außerdem haben die alle immer Hunger, ich muss das Futter ranschaffen, den Heubauern bestellen, ständig beim Landhandel für Nachschub sorgen. Das kostet echt Zeit. Jetzt sitze ich auch schon wieder  auf dem Sprung in der „Arbeitsjacke“, weil die Lamas noch Futter kriegen, und das Wasser ist eingefroren. Das bedeutet  zwei Gießkannen über 300 Meter schleppen. Ich bin kein Organisationstalent und hökere immer hin und her mit rein und raus, ähnlich wie auf einer Wippe. Wenn ich meine, jetzt reichts mit Schreiben, ist die Zeit dann draußen eine Wohltat. Aber nur draußen, dann würde mir das Schreiben fehlen. Es geht schon.

 

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Worüber willst du nochmal etwas schreiben, wo juckt es dich da in den Fingern?

Ich habe da eine ganz tolle Idee, wenn ich mit dem Ratgeber und meinem  Buch „Manchmal könnte ich schnauben vor Glück“ fertig bin. Es geht um ein etwas futuristische romantische tolle Geschichte, von einem Mann, der unter der Erde eine eigene Wohnwelt geschaffen hat. Und natürlich trifft er eine Frau… Mal sehen.

Und wenn du fragst, wo juckt es dich in den Fingern, dann ganz doll auch jeden Tag wieder das unheimlich schöne, lustige, wenn auch nicht einfache Leben hier zu beschreiben. Ich staune, wie viele das inzwischen lesen. Nicht nur über meine Holz- und Heubauern, die gern eine Frau kennen lernen möchten, sondern auch über die Tiere, wie über Hera, mein Pyrenäen-Hund, deren Wolle versponnen wurde und ich nun eine Hera-Mütze trage. Echt chic und warm.


Morgen besuche ich meine Tochter in Madrid, da habe ich eine Auszeit für drei Tage. Ich freue mich schon jetzt wieder zu schreiben (und auf die Tiere!!), auch über den Darm… Weil ich dabei selbst so viel Wissenswertes erfahre. So und jetzt muss ich raus. Komm mich doch mal besuchen. Auf meinen Blog, aber auch in Echt :-)

 

 

Bilder: Titelbild: Clker; Bilder im Artikel: Maria/maria-koellner-autorin.de

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