Flugzeug Spotten Titelbild

Eike über das Spotten von Flugzeugen

Der Flugraum über Europa ist der dichteste der Welt. In Frankfurt am Main etwa gibt es eine Flugbewegung von 89 Fliegern pro Stunde, was auf ein Jahr gerechnet knapp 800.000 startende und landende Flugzeuge bedeutet. In Europa ist deswegen natürlich auch das Spotten von Flugzeugen sehr beliebt, bei dem es darum geht Flugzeuge abzulichten, zuzuordnen und eventuell Hintergrundinfos über sie zu beschaffen und sie in Datenbanken einzuordnen. Mein heutiger Interviewpartner Eike betreibt dieses Hobby, schreibt einen Blog darüber, und kann uns im Interview mehr darüber erzählen.

 

 

Wie bist du zum Spotten von Flugzeugen gekommen?

Ich denke das liegt zum Teil an einer familiären Vorbelastung. Mein Vater hat früher Segelflug betrieben, war selber Fluglehrer und beruflich war er auch mit der Fliegerei beschäftigt, als Radarlotse.
Zuerst habe ich mich dann mit dem selber fliegen beschäftigt und mit Segelflug angefangen. Dieses habe ich auch bis zum Erwerb des Segelflugscheins (Führerschein) betrieben. Irgendwann fehlte die Zeit und Lust und es war erstmal Pause. Trotzdem war ich natürlich immer noch mit dem Flugvirus infiziert. Zumal ich direkt am Fliegerhorst des Marinefliegerstützpunkt Nordholz wohne. Als ich mir dann irgendwann meine erste Digitalkamera von Lidl gekauft habe, habe ich das noch immer vorhandene Interesse für fliegendes mit dem neuen Hobby Fotografie verbunden.


 

Wo kann man so etwas gut machen?

Natürlich ist es von Vorteil wenn man einen Flugplatz in direkter Nähe hat. Aber das ist natürlich keine Voraussetzung. Zumindest kleinere Plätze finden sich ja fast überall in der Nähe und ansonsten kann man ja auch am Wochenende eine längere Anfahrt in Kauf nehmen. Und natürlich sind natürlich im Sommer Flugtage auch eine perfekte Gelegenheit um Bilder zu machen.

 

Luchtmachtdagen 20014 Gilze-Rijen

 

Was braucht man da für eine Fotoausrüstung?

Die meisten werden vermutlich Antworten das man auf jeden fall eine Spiegelreflex Kamera benötigt. Das sehe ich persönlich nicht so. Zum einen ist diese auch kein Garant für gute Bilder zum anderen ist es ja nicht verkehrt erstmal zu sehen, ob einem das Hobby überhaupt liegt. Außerdem ist es sicher sinnvoll die Grundlagen mit einer günstigeren Bridgekamera zu erlernen. Diese bieten meist auch einen Manuellen Modus. Außerdem bieten sie auch einige Vorteile. Man hat nur eine Kamera mit einem festen, Zoomstarken Objektiv, man ist also flexibler. Bei einer DSLR hat man meist eine Tasche mit mehreren Objektiven dabei um das Optimum zu erreichen. Natürlich muss man dafür Kompromisse bei der Bildqualität, der Serienbildgeschwindigkeit und dem Rauschverhalten machen.
Bei mir selber war es so das meine ersten beiden Kameras Bridgekameras waren. Zuerst eine Konica-Minolta und danach eine FZ18 von Panasonic. Wenn man dann auf eine DSLR umsteigt wird man diesen Schritt sicher nicht bereuen. Allerdings ist der Schritt auch mit höheren Kosten verbunden. Die Spiegelreflexkamera ist noch das günstigste. Für ein einzelnes Objektiv sind vierstellige Beträge nichts ungewöhnliches.

 

Was machst du mit all deinen Flugzeug-Fotos nachdem du sie geschossen hast?

Der erste Schritt ist die Bilder zu katalogisieren, Ort, Typ der Maschine, Kennzeichen und so weiter. Natürlich spielt eine gewisse Sammelleidenschaft auch eine Rolle. Allerdings bin ich nicht der Typ, der darauf aus ist zum Beispiel die komplette Flotte einer Airline abzulichten. Ein weiterer Punkt ist, dass die Bilder natürlich Erinnerungen darstellen und man sich beim nochmaligen durchschauen an vieles wieder erinnert. Und last but not least landet natürlich auch das ein oder andere Bild an den Wänden meiner Wohnung.

 

 

Wie erfährst du, dass auf einem bestimmten Flughafen ein bestimmtes Flugzeug landet?

Inzwischen ist es so dass ich hier an meinem Wohnort auch den ein oder anderen Tipp bekomme. Und natürlich kenne ich durch das frühere Segelfliegen noch den ein oder anderen Kameraden. So ergeben sich auch immer wieder Möglichkeiten, die der ein oder andere vielleicht nicht hat. So war dieser Beitrag zum Beispiel nur möglich da mein Vater auf dem Flugplatz in Luneort arbeitet und ich mit dem Piloten der Do 228 zusammen Segelfliegen gelernt habe. Aber natürlich gibt es auch im Internet diverse Quellen. Fast zu jedem großen Airport in Deutschland gibt es Foren von fotobegeisterten. Und auch die Seite Flugzeugforum.de ist eine gute erste Anlaufstelle.

 

A350-9 F-WWCF
A350-9 F-WWCF

 

Kann das jeder machen oder braucht man dazu eine extra Erlaubnis?

Grundsätzlich kann es jeder machen. Aber zum Beispiel beim Fotografieren an Militärflugplätzen sollte man schon etwas mehr Sorgfalt walten lassen. So sollte man es unterlassen in die Liegenschaft hinein zu fotografieren und Hallen und Gebäude abzulichten.

 

Was sind Spottertage?

Spottertage gibt es meistens oder oft beim Militär. Meist einen Tag vor dem eigentlichen Ereignis (Flugtag, Manöver) gibt es sogenannte Spottertage. Zum Teil muss man vorher eine Gebühr entrichten, sich aber auf jedenfall vorher anmelden. Die Spottertage haben den Vorteil das es nur eine begrenzte Menge an Besuchern gibt, meist ein paar hundert und zum anderen kann man dort die Flugzeuge oft auch ohne Absperrungen fotografieren. Das variiert aber von Veranstaltung zu Veranstaltung. Von Vorteil ist natürlich auch dass an so einem Spottertag gleichgesinnte unterwegs sind. So ist im normalfall ein gewisses Verständnis untereinander gegeben und es klappt zum Beispiel recht gut das nicht ständig Leute in das Bild laufen. Bei diesem Spottertag waren es zum Beispiel nur 71 Spotter und man musste schnell sein und Glück haben.

 

Luchtmachtdagen 20014 Gilze-Rijen

 

Welche Flugzeuge und Aktionen sind leichter zu fotografieren, und welche schwerer?

Stehende und rollende Flugzeuge sind natürlich einfacher zu fotografieren. Trotzdem ist es auch hier möglich Fehler zu machen. Schwerer wird es dann zum Beispiel bei Flugtagen. Bei Kunstflugstaffeln die Figuren fliegen, bei denen Jets aufeinander zu fliegen, da ist es schon schwierig im richtigen Moment abzudrücken. In diesen Fällen spielt ein wenig Glück und auch die Serienbildfunktion der Kamera eine Rolle.


Was macht dir persönlich Spaß am Spotten?

Bei mir persönlich ist es zum einen das Fotografieren welches Spaß macht aber auch die Auswertung der Bilder hinterher zuhause. Wenn ich ein Flugzeug fotografiere versuche ich so viel wie möglich zu der Geschichte und Technik zu recherchieren. Zum einen mit der Hilfe des Internets und zum anderen mit zahlreichen Büchern die ich besitze. So erfährt man dann im nachhinein sehr viel über die Maschine die einem beim Fotografieren noch nicht bewusst waren. Dem ein oder anderem Beitrag in meinem Blog merkt man das vielleicht auch an. Ich bin kein Freund davon einfach nur einen Haufen Bilder auf die Seite zu werfen, nach dem Motto „Friss oder stirb“. Davon gibt es genug Seiten und diese sind meiner Meinung nach austauschbar.

Durch den Kauf der DSLR hat sich dann aber letztlich auch mein Interessengebiet erweitert. Anfangs habe ich auch diese Bilder im Spotterblog eingestellt. Habe mich dann aber zwischenzeitlich entschieden sie auf eine extra Seite auszugliedern.

 

 

Bilder: Titelbild: clker; Flugzeuge: Eike, spotterblog.de

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