Fotografie Titelbild

Elmar über Fotografie

Es gibt auf der Welt unerschöpflich viele Fotos. Alleine Googles Bildsuche umfasst mehr als 10 Milliarden verschiedene Motive. Das weltweit teuerste Bild ist übrigens Cindy Sherman’s Untitled #96, das für knapp 3,9 Millionen US Dollar den Besitzer wechselte. Bilder selbst zu machen kostet glücklicherweise nicht so viel und vor allem seit Kodak 1975 die erste digitale Kamera auf den Markt warf ist das Fotografieren bei den Leuten beliebt geworden. Mehr als die Hälfte der Deutschen besitzen heute eine Digitalkamera. Mein heutiger Interviewpartner Elmar fotografiert auch gerne und beschäftigt sich ebenso mit dem Hintergrundwissen und der Technik hinter dem “Klick”, was er auf seiner Seite für jedermann veranschaulicht. Im Interview erzählt er uns mehr.

 

 

Wie bist du auf die Idee für deine Seite gekommen?

1996 brachte ich mir die Hypertext Markup Language (HTML) bei. Am besten erwerben wir eine neue Fähigkeit, indem wir sie ausgiebig praktizieren. Die Fotografie ist mein Lieblingshobby und so lag es nahe, Texte über die Fotografie in HTML zu schreiben. Mitte 1996 hatte ich ausreichend Inhalte und veröffentlichte sie im World Wide Web. Ich nutze das Schreiben auch zum Erlernen neuer Foto-Techniken: Schreibe ich über etwas, beschäftige ich mich ausführlicher damit. Später, wenn ich vieles vergessen habe, kann ich meine Erinnerung auffrischen mit Hilfe der Texte. Nicht zuletzt sind mir die Galerien wichtig, schließlich dient die Technik hauptsächlich dem Zweck, Bilder zu fotografieren.


Woher hast du all dein Wissen über die Technik hinter Fotografie?

Durch Lesen von Fachliteratur, früher in Büchern, heute hauptsächlich im World Wide Web. Dort inspirieren mich insbesondere Bilder und Videos, die sich mit der Fotografie beschäftigen. Die Techniken probiere ich aus, bevor ich darüber schreibe. So kann ich sie besser verinnerlichen und überprüfen, ob stimmt, was jemand schrieb.

 

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Welche von all den technischen Themen sind letztlich wichtig für die Praxis?

Jene, die ich benötige, damit die Bilder so aussehen, wie ich das will. Dies möchte nicht dem Zufall überlassen. Beleuchte ich die Motive, will ich nicht raten, wo ich welche Lichtquelle aufstelle, damit das Motiv auf bestimmte Weise erscheint. Ich brauche Antworten auf “Wie”-Fragen: Wie erreiche ich es, dass der Hintergrund weniger aufdringlich ist? Wie können trotz großer Helligkeitsunterschiede Details in hellen und dunklen Bildstellen gleichermaßen abgebildet werden? Wie fotografiere ich ein fahrendes Motorrad so, dass die Geschwindigkeit erahnt wird?

 

Welche Fototipps, die vielleicht nicht jeder kennt, kannst du uns geben?

Fotografiert in der Hauptsache, was euch interessiert. Es gibt keinen Fotografen, der alles gut fotografieren kann. Ich bin sehr gerne in der Landschaft unterwegs, da liegt es nahe, dass diese mein Hauptmotiv ist. Am Anfang beging ich den Fehler, beispielsweise Veranstaltungen oder Motive zu fotografieren, die mich nicht im geringsten interessierten, nur weil mich Leute darum baten. Die Bilder waren ziemlich schlecht. Fotografiert nach eurem Gefühl. Vergesst, nachdem ihr sie gelesen habt, irgendwelche “Gestaltungsregeln”. Solche Regeln werden im Nachhinein aus guten Bildern erraten und sind kein Rezept für gute Bilder. Eines meiner Lieblingszitate diesbezüglich habe ich aus dem Buch “ZEN und die Kunst ein Motorrad zu warten” von Robert M. Pirsig hier veröffentlicht. Damit ich mich auf mein Gefühl verlassen kann, muss ich vorher schon zehntausende gute Bilder anderer Fotografen gesehen haben, die Fototechnik, soweit ich sie brauche, verinnerlicht haben und aus meinen vielen Fehlern, die durch häufiges Fotografieren entstehen, gelernt haben.

 

Wofür braucht man die verschiedenen Fotoformeln?

In der Praxis sind sie für mich nur für Spezialfälle von Bedeutung, beispielsweise zum Beantworten von Fragen, wie ich etwas 10-fach vergrößert abbilden kann oder welche Brennweite ich benötige, damit ein 5 Meter entfernter Kolibri das gesamte Bild ausfüllt. Vieles kann ich aber auch einfach ausprobieren, vorausgesetzt ich habe die Objektive und das Zubehör. Mit den Formeln lassen sich Behauptungen bestätigen oder widerlegen, wie “die Schärfentiefe – der Raum, der auf dem Bild scharf erscheint, zum Beispiel von 3 Meter bis 5 Meter – geht von einem Drittel vor bis zu zwei Drittel nach der eingestellten Entfernung”, was nicht stimmt.

 

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Welches ist dein Lieblingsfoto?

Ich habe kein Lieblingsfoto, auch kein Lieblingslied oder Lieblingsessen. Mir gefallen einige Bilder wesentlich besser als andere. Welche das sind, wechselt je nach Stimmungslage und verändert sich mit der Zeit. Allerdings werde ich eher nicht schlechte Bilder zukünftig für gut befinden. Es ist vielmehr so, dass Bilder, die mir ehemals gefielen, mir nun nicht mehr gefallen. Ich denke, mit der Zeit entwickeln wir ein besseres Gefühl für Qualität.

 

Du machst das ja jetzt schon seit einiger Zeit. Wie hat sich das Fotografieren im Vergleich zu früher verändert?

Wir kommen heute sehr viel schneller an das gewünschte Ergebnis, sei es beim Fotografieren, sei es beim Bearbeiten der Bilder, was ebenso wichtig ist wie das Fotografieren. Wir können unsere Bilder in einer so hohen Geschwindigkeit und Genauigkeit bearbeiten, wie das vor Mitte der 1990er-Jahre niemand für möglich hielt, zumindest nicht innerhalb der nächsten 10 Jahre. Gezielt angewendet, kann ich als Anfänger mit der Digitalfotografie erheblich schneller gute Bilder fotografieren als zu Zeiten des chemischen Films, da mir Fehler im besten Fall unmittelbar nach dem Fotografieren auffallen und nicht erst Tage später. Entdecke ich einen Fehler, kann ich diesen sofort korrigieren und lerne so schneller, wie ich richtig vorgehe. Ich möchte nicht zurück in die Vor-Digital-Zeit, in der das Fotografieren wesentlich teurer war. Zumindest in digitaler Form sind Bilder heute beinahe kostenlos.

 

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Was macht dir selbst Spaß am Fotografieren?

Der gesamte Prozess. Da ich vorwiegend Landschaft fotografiere, ist es schon Belohnung genug, in der Natur unterwegs zu sein. Das Gestalten des Bilds bringt mich näher mit den Motiven in Kontakt, als es ohne Kamera der Fall wäre. Da setze ich mich selten so intensiv auseinander mit dem, was mich umgibt, oder übersehe es komplett. Zuhause kann ich die Bilder – das Gesehene – am Rechner bearbeiten, sodass die Idee dahinter noch besser zur Geltung kommt. Von einem Foto lassen sich manchmal mehrere interessante Varianten erzeugen: Eine Schwarzweißversion, eine mit mehr Farbsättigung, eine mit weniger, eine mit höherem Kontrast. Einige Bilder drucke ich aus auf bis zu A2 und hänge sie gerahmt an die Wand. Hin und wieder lasse ich von einem Belichtungsservice ein Fotobuch drucken.


Hast du schonmal daran gedacht all das Wissen in ein Buch zu packen?

Im Web kann jeder meine Texte kostenlos lesen. Ich kann Fehler sofort korrigieren, fehlendes ergänzen und habe vor allem kein Bildanzahl-Limit. Ausschließen will ich ein Buch nicht, aber dann nicht mit “allem” Wissen, sondern eines über einen Teilbereich, der mir wichtig ist.

 

 

Bilder: Titelbild: Clker; Stativ: Martin Jäger  / pixelio.de; Objektiv: Lupo  / pixelio.de; Rückansicht: Wolfgang Dirscherl  / pixelio.de

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