Teleskop Titelbild

Florian über Teleskope: So schaut man in den Weltraum

Der Weltraum fasziniert die Menschheit seit jeher, denn nichts ist so unvorstellbar groß, unerforscht, voller Kräfte und Phänomene. Etwas beeilen sollten wir uns mit dem Erforschen dabei schon, denn in 3,8 Milliarden wird unsere lebensspendende Sonne die Erde in sich verschluckt haben. Aber bis dahin sorgen Forscher, Raumfahrt und Leute wie mein heutiger Interviewpartner Florian für neues Wissen. Florian beobachtet das Weltall durch sein Teleskop und hält seine Ergebnisse und Tricks auf seinem Blog fest. Im Interview erzählt er mehr über Teleskope.

 

 

Welche verschiedene Arten von Teleskopen gibt es alles?

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von astronomischen Teleskopen. Zum einen gibt es Linsenfernrohre (Refraktoren) und zum anderen Spiegel-Teleskope (Reflektoren). Linsenfernrohre funktionieren nach dem gleichen Prinzip wie Ferngläser oder Feldstecher. Hier wird das Licht in einer Linse gesammelt und auf einen Brennpunkt fokusiert. Linsenteleskope waren auch die ersten Teleskope (damals gab es noch keinen Unterschied zwischen Teleskopen und Ferngläsern) die erfunden wurden. Brillenmacher im 17. Jahrhunder haben als erstes zwei Brillengläser in ein Rohr gebaut um so in die Ferne zu schauen. Linsenteleskope können aber nicht belibig groß gebaut werden, da irgendwann das eigene Gewicht nicht mehr zu tragen ist. Daher wurden später Spiegelteleskope gebaut. Spiegelteleskope nutzen Spiegel um so viel Licht wie möglich von Lichtschwachen Objekten zu sammlen.

Spiegelteleskope können schon in großen Ausmaßen gebaut werden. Alle großen Obsavatorien oder Weltraumteleskope wie Hubble nutzen diese Technik. Spiegelteleskope gibt es in unterschiedlichsten Bauarten. Der Standardtyp ist das Newton Teleskop. Hier sitzt der Hauptspiegel hintem im Tubus und das Licht wird nach vorne auf den Fangspiegel gelenkt, wo auch der Okularauszug sitzt. Um kompaktere Bauarten zu erlauben wurden Cassegrain Teleskope gebaut. Hier wird das Licht vom Hauptspiegel nicht direkt auf den Fangspiegel geleitet, sondern zunächst auf einen zweiten Spiegel, der das Licht wieder zurück auf den Fangspiegel wirft, der in einem Loch im Hauptspiegel sitzt. Man schaut also wie bei einem Refraktor von hinten in das Teleskop. Die Brennweite, also die Strecke die das gesammelte Licht zurücklegt wird so künstlich verlängert.


Was ist ein gutes Einsteigerteleskop?

Das ist nicht leicht zu beantworten, denn es hängt auch sehr stark vom finanziellen Aspekt ab. Man kann das zum einen über die Größe des Teleskopes festmachen. Bei Spiegelteleskopen ist zum Beispiel ein 114/900 (114 mm Öffnung (Durchmesser), 900 mm Brennweite (Länge)) Newton Teleskop eine gute Wahl für den Einstieg. Bei Lisnenfernrohren sind 70/700 oder 90/900 Geräte gute Größen für den Einsteig. Bei Teleskopen gilt generell je mehr desto besser, sprich je größer mein Teleskop ist desto mehr kann ich auch sehen. Leider steigen die Preise bei größeren Teleskopen sehr stark. Dazu kommt noch die optischen Qualität des Teleskops. Auch Geräte der gleichen Größe können sehr unterschiedliche Ergebnisse liefern, einfach auf Grund der Verabeitung der Optik.

Man sollte bei seinem Einsteigerteleskop also nicht am falschen Ende sparen. Mit einem zu billigen Teleskop wird man kein Spass beim beobachten bekommen. Die Qualität der Bilder ist einfach nicht gut genug. Ob man nun ein Linsen- oder Spiegelteleskop kauft ist prinzipiell Geschmackssache. Generell kann man sagen, dass Linsenfernrohre sich eher für die Beobachtung von Planeten und anderen Himmelskörpern des Sonnensystems eignen, weil der Kontrast hier höher ist und so mehr Details aufgelöst werden und Spiegelteleskope eher für Deep Sky Objekte wie Nebel und Galaxien, weil hier viel Licht gesammelt wird. Bei einem Einsteigerteleskop kleinerer Größe spielt dies jedoch noch keine große Rolle. Die am Anfang erwähnten Größen wie 114/900 und 90/900 erzielen hier noch sehr ähnliche Ergebnisse.

 

Wie muss man sich das Schauen vorstellen? Schaut man da einfach herein und sieht einen Stern?

Einfach reinschauen funktioniert leider nicht. Und auch Sterne sind nicht unbedingt die Objekte die man mit Amatuer-Teleskopen beobachten sollte. Im Vergleich zum Mond und den Planeten underes Sonnensystems sind Sterne viel zu weit entfernt um wirklich etwas erkennen zu können. Ein Stern sieht im Teleskop im Prinzip genause aus wie ohne, ein heller Punkt eben. Erst Planeten oder andere Himmelkörper (Die mit bloßem Auge auch nicht direkt von Sternen zu unterscheiden sind) werden im Teleskop zu richtigen “Kugeln” beziehungsweise Scheiben. Und auch Nebel und Galaxien kommen erst im Teleksop richtig zur Geltung, die meisten von ihnen sind mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Hier ist es schon faszinierend wenn plötzlich mitten am Himmel ein riesiger grauen Nebel auftaucht, wo vorher nichts zu erkennen war.

Aber genau da fängt auch das Problem an. Man muss diese Objekte erst einmal finden. Der Himmelsauschnitt den man im Teleskop (je nach Okular) sieht entspricht entwa dem 1-2 fachen Vollmond durchmesser. Es ist also nicht so einfach die gewünschten Objekte auch vor das Okluar zu bekommen. Hier sollte man sich unbedingt auch mit Sternenkarten befassen, auf denen die Positionen der Himmelsobjekte im Verlauf des Jahres eingezeichnet sind.

 

Welche Einstellungen wie etwa Zoom kann man vornehmen?

Einen stufenlosen Zoom wie bei einer Digitalkamera gibt es beim Teleskop nicht. Ein Teleskop ist ertmal eine festes System mit bestimmten optischen Fähigkeiten. Die Vergrößerung beim Teleskop erzielt man mit dem Okular. Um nun in der Größe zu variieren muss man nacheinander verschiedene Okulare in sein Teleskop einsetzten. Es gibt auch so genannte Zoom-Okulare. Dies sind Okular die durch ein Drehgewinde die Brennweite und somit die Vergrößerung verändern können. Aber auch dies ist nicht Stufenlos, sondern es gibt feste Größen die das jeweilige Zoom-Okular umfasst. Einstellen muss man bei einem Teleskop den Fokus. Dazu gibt es am Oklularauszug kleine Rädchen mit denen der Abstand des Okulars verändert werden kann.

 

Wie weit kann man da in den Weltraum schauen? Und was kann man alles erkennen?

Auch die Frage ist nicht Leicht zu beantworten. Fangen wir mal klein an. Unser Mond ist circa 400.000 km von der Erde entfernt. Schon mit einem Einsteigerteleskop kann man hier richtige Strukturen auf der Oberfläche erkennen. Krater und Rillen in der Mondoberfläche zeichen sich wunderschön am Terminator (Die Tag-Nacht-Grenze) ab. Als nächstes kommen unsere Nachbarplaneten Venus und Mars. Diese sind ziwschen 40 und 150 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Auf der Venus erkennt man leider nicht viel, da sie von einer dicken Atmosphäre umgeben ist. Aber auch hier lohnt sich ein Blick. Mit einem Teleskop wird man nämlich schnell feststellen, dass die Venus Phasen zeigt so wie unser Mond.

Beim Mars sieht es schon besser aus. Hier kann man auch mit einem Einsteigerteleskop schon Oberflächendetails erkennen wie zum Beispiel die Polkappen, die ähnlich wie bei der Erde mit Eis bedeckt sind. Wenn wir nun noch weiter schauen kommen wir zum Jupiter. Jupiter ist zwischen 600 Millionen und 1000 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Und hier wird es richtig spannend. Da der Jupiter so unheimlich groß ist (der Jupiter hat mehr Masse als alle anderen Objekte im Sonnensystem zusammen) kann man hier schon einiges erkennen. Am spannendsten fand ich die Galileischen Monde. Das sind die vier größten Jupitermonde die auch durch Einsteigerleskope schon als Punkte zu erkennen sind. Aber auch auf dem Jupiter selbst kann man die beiden größten Wolkenbändern und den Großen-Roten-Fleck (Ein Sturm der schon seit mindestens 300 Jahren tobt und größer ist als unsere Erde) erkennen.

Als nächstes, mit über 1,5 Milliarden Kilometern Entfernung, kommt das Highlight in unserem Sonnensystem. Der Saturn. Der Saturn mit seinen Ringen sollte jedem von Fotos (oder Logos bekannter Elektronikfachhändler) bekannt sein. Ich fand es unheimlich faszinierend dieses Bild mit meinen eigenen Augen zu sehen. Danach wird es Plantentechnisch aber schon schwierig. Die beiden äußersten Planeten Uranus (2,5 Milliarden Kilometer) und Neptun (4,5 Milliarden Kilometer) kann man mit einem Einsteigerteleskop gerade noch als blaß blau/grüne Scheibchen erkennen.

Man kann aber nicht nur Planeten beobachten. Wenn wir uns mit sogenannten Deep Sky Objekten, also Nebel und Galaxien, beschäftigen, kommen wir in richtige astronomische Entfernungen. Hier kann man nicht mehr in Kilometern sprechen sondern in Lichtjahren. Die Andromeda Galaxie, die uns am nächten gelegene Nachbargalaxie, ist zum Beispiel 2,5 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt. Hier darf man seine Erwartungen jedoch nicht zu hoch ansetzten. Auf Grund der großen Entfernung erscheinen die DeeP Sky Objekte im Amatuer-Teleskop eher als schwache graue Nebel. Deep Sky Objekte entfalten erst auf Astrofotos mit langer Belichtung ihre wahre Schönheit und Farbenpracht. Wenn man sich aber mit der Fotografie am Teleskop beschäftigt hat kann man auch mit Einsteigerteleskopen sehr ansehnliche Fotografien erhalten.

 

Wie macht man dann die Fotos?

Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die einfachste ist die sogenannte Okular-Projektion. Hier wird direkt durch das Okular fotografiert. Die einzige Schwierigkeit ist es, die Kamera genau mittig vor das Okluar zu bekommen, aber wenn man das geschafft hat kann man mit jeder Kamera Fotos machen, auch mit dem Smartphone. Man sollte nur darauf achten, dass man die Belichtungszeit varrieren kann.

Die zweite Möglichkeiten bieten Spiegelreflexkameras. Hier wird die Kamera direkt vor den Okularauszug montiert und das Objektiv der Kamera übernimmt die Aufgaben des Okulars. Mit dieser Methode erhält man die besten Fotos. Die Umsetzung ist jedoch nicht sehr einfach. Die besten Ergebnisser erhält man, wenn man lange Belichtungszeiten (teilweise mehrere Minuten) wählt. Hier ist es jedoch notwendig, dass die Montierung für mein Teleskop über eine automatisch Nachführung verfügt. Dies ist ein kleiner Motor, der an der Welle der Montierung angebracht ist und die Erdrotation ausgleichen soll. Tut man dies nicht verschwindet mein Objekt auf Grund der Erdrotation sehr schnell aus dem Gesichtsfeld.

Die dritte Möglichkeit ist besonders für Mond- und Planetanaufnahmen geeignet. Dies ist die Astrofotografie mit der Webcam. Hierzu eignet sich generell jede Webcam, im Handel werden aber auch schon Webcams speziell für diesen Zweck angeboten. Die Webcam wird auch direkt in den Okularauszug eingesetzt. Bei dieser Methode werden nicht direkt Fotos gemacht sondern eine kurze Filmsequenz. Nun benötigt man eine spezielle Software mit der man diesen kleinen Film in die einzelnen Bilder aufteilen kann. Aus diesen Bildern sucht man sich nun (entweder manuell oder mittels Software) die besten Fotos heraus und addiert sie. So kann man einiges mehr rausholen als man mit den eigenen Augen sehen könnte.

 

 

 

Kann man zu jeder Zeit in den Weltraum schauen oder geht das nur unter bestimmten Bedingungen?

Leider geht es nicht immer. Zunächst mal sollte es dunkel sein. Die meisten Objekte die wir uns im Teleskop anschauen strahlen selbst kein Licht aus. Wir sind darauf angewiesen, dass die Sonne diese Objekte anstrahlt. Dies hat aber zur Folge das wir diese Objekte tagsüber, wo wir selbst von der Sonne angestrahlt werden, nicht sehen. Es gibt hier eine Ausnahme und zwar die Sonne selbst. Auch die Sonne ist ein astronomisches Objekt, was man mit einem Teleskop beobachten könnte. Hier ist aber absloute Vorsicht geboten, da ein ungeschützer Blick durch ein Teleskop in die Sonne ernsthafte Schäden der Augen bis hin zur Erblindung nach sich ziehen kann. Einsteigern ist hiervon also erstmal abzuraten! Aber auch dunkel ist nicht gleich dunkel. Hier kommt das Stichwort Lichtverschmutzung ins Spiel. Wenn man sich bei Dunkelheit große Städte aus der Ferne anschaut kann man schon mit bloßem Auge eine riesige Lichtkuppel sehen die die Stadt umschliesst. Wenn man sich nun in dieser Kuppel befindet oder darüber hinweg beobachten muss, schränkt das die Sicht enorm ein.

Auch Luftunruhen können dazu führen, dass man kein klares Bild mehr bekommt. Durch thermische Effekte ist unsere Luft immer in Bewegung und je nach dem wie Stark kann auch das die Beobachtung beeinflussen. Hier spricht man vom Seeing. Auch Schnee oder ein Vollmond können die Beabachtungsbedingen verschlechtern, da sie die Nacht “erhellen”. Und als letztes sollte der Himmel natürlich Wolkenfrei sein. Auch mit dem besten (visuellen) Teleskop kann man nicht durch Wolken schauen.


Kann man mit dem Teleskop auch beim Nachbar reinschauen? ;)

Oh ja, das kann man :) Ein Linsenteleskop zum Beispiel funktioniert genauso wie ein Fernglas. Wenn man sene Nachbarn mit einem astronomischen Teleskop beobachet, wird man sich aber schnell wundern warum da drüben alle auf dem Kopf stehen. Fast alle optischen Instrumente erzeugen zunächst ein Bild das auf dem Kopf steht. Bei Ferngläsern und Feldstechern gibt es hier bestimmte Okulare die das Bild wieder aufrichten. Bei astonomichen Teleskopen wird hierauf aber verzichtet, da es am Himmel keine Rolle spielt wo oben und wo unten ist.

 

 

Bilder: Titelbild: Clker

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