Briefmarken sammeln Titelbild

Holger über das Sammeln von Briefmarken

Das Sammeln ist ein weit verbreitetes Hobby und die Briefmarken stehen auf der Beliebtheitsliste ganz oben. Kein Wunder also, dass besonders seltene Stücke für mehrere Tausend bis zu Millionen Euro im Auktionshaus den Besitzer wechseln. Die erste Briefmarke wurde übrigens am 1. Mai 1840 im Vereinten Königreich herausgegeben. Die Einführung hat das davor hohe Porto, das noch vom Empfänger eingezogen wurde abgelöst und den Briefverkehr vereinfacht und für alle erschwinglich gemacht. Aber zurück zum eigentlichen Thema, dem Sammeln. Mein heutiger Interviewpartner Holger sammelt selbst Briefmarken und bloggt auf seiner Webseite über die Marken und das Sammeln. Im Interview erzählt er uns mehr darüber.

 

 

 

Wie bist du zum Briefmarken Sammeln gekommen? Was fasziniert dich daran?

In meiner dunklen Erinnerung waren es Briefe von Verwandten aus der DDR, die meine Oma auf ihrem Küchenschrank liegen hatte, welche mich mit circa 12 Jahren zum Briefmarkensammeln brachten. Diese Marken durfte ich natürlich ausreißen und schon war die erste Sammlung geboren. Recht schnell kamen mit der Unterstützung der Eltern ein Neuheiten-Abo bei der Bundespost dazu, dann ein sogenanntes Vordruckalbum, dessen Nachträge regelmäßg einmal im Jahr gekauft wurden. Danach waren es Abos bei den Postanstalten von Grönland und von Großbritannien (Ich war fasziniert von den Marken mit Werken des Malers Wiliam Turner!). In diesen Zeiten, lange vor dem Internet und Tablet-PC, war das Abo einer Briefmarken Zeitschrift und die Bestellung von Listen bei Versandhändlern (mit eingesandtem Rückporto!) selbstverständlich. Es dauerte nicht mehr lange bis zum ersten Besuch einer Briefmarken-Auktion, die ich heute immer noch als Quelle bevorzuge. Kurz um, ich war von der ersten Minute “infiziert” mit dem Sammlervirus, der mich bis heute nicht losgelassen hat.



Worum geht es beim Sammeln? Um schöne, seltene oder besonders alte Exemplare?

Ich glaube, zum Sammeln muss man geboren sein. Man ist Sammler oder eben nicht. Ob man nun Briefmarken, Münzen, Bierdeckel, Kugelschreiber sammelt, Teddies oder Oldtimer hängt dann eher vom Zufall ab. Es ist dann wie mit gutem Wein oder Zigarren, es dauert eine Weile bis man sich auskennt und die Faszination von einzelnen Gebieten oder Marken erlernt hat. Bei meinen Sammlungen spielen verschiedene Dinge eine Rolle. Briefmarken sind kleine Kunstwerke! Alleine das Anschauen macht Spaß, aber hinter den Marken steht auch immer ein Thema oder eine Geschichte. Gerade bei der Sammlung von Briefen ist jeder Brief einzigartig, durch Absender und Empfänger und natürlich durch die Marke. Auch der Wert und die Wertanlage spielen eine Rolle, bei teureren Stücken kann man durchaus mit einer Steigerung kalkulieren. Man spricht ja auch von der “Aktie des kleinen Mannes”. Es müssen übrigens nicht immer alte oder seltene Marken sein, oft sind auch moderne Marken schön, sammelwürdig und auch teuer. Die Formel, je älter, desto seltener und teuerer stimmt nicht immer.

 

Briefmarken sammeln Tipps und Tricks

 

Welche Briefmarken hast du in deiner Sammlung und wieso gerade die?

Ich habe in den letzten Jahren eine Sammlung von Briefen aufgebaut, die aus der Zeit vor den Briefmarken stammen. Also ca. aus den Jahren 1780 bis 1860 und zwar im Speziellen Briefe, die aus Bremen in die Welt geschickt wurden. Jeder einzelne Brief, oft mit kompletten Inhalt, ist ein zeitgeschichtliches Dokument. Stammt er aus der Zeit der napoletanischen Besetzung? Oder aus der Revolutionszeit 1848? Auch wenn die Schriften nicht immer zu entziffern sind, fasziniert mich dieses Sammelgebiet sehr. Und der Preis für diese Briefe ist trotz des Alters überschaubar und beginnt oft schon bei 5 Euro je Stück.

 

Behältst du auch von Briefen aus deinem Briefkasten die Marken?

Ja, aber nicht zu Sammelzwecken. Diese Marken sammle ich in einem kleinen Karton und spende Sie Organisationen, zum Beispiel Behinderteneinrichtungen, die damit Ihre Bewohner beschäftigen. Briefmarken vom Papier ablösen, das ist schon seit 20 Jahren nicht mehr meine Sache.

 

Woher nimmst du ältere Briefmarken, die sich nicht mehr auf Briefen finden lassen?

Da gibt es verschiedene Quellen, zum Beispiel ebay oder delcampe und natürlich den klassischen Briefmarkenhandel stationär und im Versand. Meine bevorzugte Quelle sind aber spezielle Briefmarken-Auktionshäuser, von denen es in Deutschland einige gibt, zum Beispiel veuskens.

 

Könnte man heute noch einen Brief mit einer Briefmarke von 1940 frankieren?

Nein, die Marken werden nach einiger Zeit von den Postanstalten für ungültig erklärt, meistens zu bestimmten politischen oder wirtschaftlichen Ereignissen. So sind seit der EURO-Einführung 2002 auch alle DM-Marken nicht mehr gültig.

 

Sind Briefmarken eine gute Geldanlage oder sind sie wirklich nur für das Sammeln interessant?

Es gibt durchaus teuere Marken, bei denen eine Wertsteigerung zu erwarten ist. Bei kleineren Werten die vielleicht 10 oder 20 EUR kosten, ist keine Wertsteigerung zu erwarten, die als echte Geldanlage dienen könnte. Ohne den Sammlergedanken ist eine Sammlung alleine als Geldanlage für mich kaum denkbar.

 

Was sind die Unterschiede zwischen einer aktuellen Briefmarke und einer aus dem frühen 20. Jahrhundert?

Von den Themen her werden die Postanstalten mutiger, bunter und innovativer. Früher dominierten eher die Motive von Herrschern und Politikern, heute sind auch andere Themen gefragt. Die größte Entwicklung geht aber von der Technik aus. Heute gibt es Automatenmarken, die den Wert erst am Automaten auf einen Marken-Rohling drucken, selbstklebende Briefmarken und natürlich die Möglichkeit per Internet und Drucker selbst die Frankatur herzustellen.

 

Briefmarken sammeln Tipps und Tricks

 

Welche Motive finden sich alles auf Briefmarken?

Alle, die man sich denken kann. Es gibt Sammler, die nicht nach Alter oder Land sammeln, sondern sich ein bestimmtes Motiv auf die Fahnen geschrieben haben. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, von Raumfahrt über Gemälde, Vögel, berühmte Musiker bis zu Technik aller Art wird alles gesammelt.


 

Glaubst du dass Briefe in den nächsten Jahren verschwinden und durch elektronische Alternativen ersetzt werden?

Nein, bestimmt nicht. Die Menge der in Deutschland versendeten Briefe nimmt zwar von Jahr zu Jahr langsam ab, aber ich denke, es wird noch mindestens eine Generation, also 20-30 Jahre benötigen, damit sich die elektronischen Alternativen durchsetzen werden. Die DE-Mail und ähnliche Produkte sind ganz sicher keine Alternative.

 

 

Bilder: Titelbild: Clker; 100er Briefmarke mit Blume: BettinaF  / pixelio.de; Briefkasten: Martin Jäger  / pixelio.de

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