Segeln Titelbild

Markus über das Segeln

Gemütlich auf dem Meer in einem Boot sitzen und das gute Wetter genießen. Das klingt nach einem guten Sonntag, oder? Viele Leute erfüllen sich diesen Traum vom eigenen Segelboot und so gibt es mittlerweile an jedem mittelgroßen Badeort zumindest einen kleinen Yachthafen. Auch wenn eine Segelyacht für das gemütliche dahinsegeln gemacht ist gibt es mit der Hydroptère eine Segelyacht die über 100 Km/h auf dem Wasser schafft. Um die Hydroptère zu kaufen muss man schon einige Hunderttausend Euro auf den Tisch legen, verglichen mit dem Preis der teuersten Yacht der Welt ist das jedoch günstig. Die 162,5 Meter lange Eclipse war seinem jetzigen Besitzer 825 Millionen Euro wert. Aber weg von den Superlativen und zurück zum Sonntagnachmittag. Mein heutiger Interviewpartner Markus hat eine Segelyacht, mit der er mehrmals im Jahr auf Tour geht. Seine Erlebnisse kann man auf seinem Blog verfolgen. Im Interview gibt’s mehr.

 

 

 

Wie bist du zum Segeln gekommen?

Mit 14 Jahren hat mich ein etwas älterer Freund unterstützt, mir ein Surfbord zu kaufen. Seit dem 18. Lebensjahr durfte ich dann auf seiner damaligen Segelyacht Elan 340 mitsegeln. Das war vor gut 25 Jahren eine ziemlich große Yacht in der nördlichen Adria und ich war damals sehr stolz mit an Bord sein zu dürfen. Ich wurde natürlich sofort vom Segelvirus infiziert. Es war für mich von da an klar, dass ich – sobald ich es mir leisten kann – auch eine eigene Segelyacht haben werde, um die Freiheit auf den Weltmeeren zu genießen.



Was bereitet dir Freude daran?

Segeln ist für mich die beste und effizienteste Möglichkeit vom Alltag und vom beruflichen Stress abzuschalten. Sobald die Leinen los gemacht werden, ist man in einer anderen Welt… Es ist nicht nur das Segeln alleine, das mich fasziniert, auf einem Boot lebt man nahezu autark und erlebt die Natur viel intensiver als am Land. Segeln und vor allem Fahrtensegeln gehört für mich zu den letzten legalen Abenteuern der Menschheit. Man kann die Naturgewalten von Wind und Welle nie genau vorhersagen – mitunter ist das der Reiz am Segeln!

Markus beim Segeln
Markus beim Segeln

Ist es kompliziert, ein Boot mit den Segeln anzutreiben? In welchen Situationen muss man auf den Motor ausweichen?

Die Grundbegriffe des Segelns sind schnell gelernt und relativ einfach. Einen optimalen Segeltrimm zu erreichen dagegen schon etwas schwieriger. Den Motor benötigt man zum Ab- und Anlegen in Marinas oder zum Fortbewegen bei Windstille beziehungsweise wenn man direkt gegen den Wind fahren will.

Aber als wirklich guter Skipper benötigt man nicht nur gute Segelkenntnisse, man muss auch noch ein guter Navigator, Rudergänger, Funker, Koch und Bord-Mechaniker bzw. Elektriker sein. Denn auf einer Fahrtenyacht geht immer etwas kaputt. Des Weiteren hilft es einem ungemein, wenn man mehrere Fremdsprachen spricht, sich beim Wetter gut auskennt, die Sternenbilder deuten kann, eine Ahnung vom Fischen hat beziehungsweise die gefangenen Fische verarbeiten kann usw.

Wichtig ist auch noch eine ausgeprägte soziale Kompetenz, damit man seine Crew auch in Extremsituationen richtig führen kann. Dafür ist eine körperliche und geistige Fitness des Skippers Grundvoraussetzung.

Leichtwindsegel
Leichtwindsegel

Du besitzt eine eigene Segelyacht. Wie teuer ist so etwas im Anschaffungspreis und im Unterhalt?

Wir haben uns im Frühling 2012 den Traum einer eigenen Segelyacht erfüllt. Unsere SY Nambawan ist ein hochseetaugliches Boot mit 12 Meter Länge und 4 Meter Breite, das wir von einem Rentner gebraucht gekauft haben. In der Zwischenzeit haben wir weit über 100.000 EUR in das Boot und die Zusatzausrüstungen wie neuer Kartenplotter, AIS, UKW Funkgerät, Navtex, Epirb, Wlan Antenne und Wlan Hotspot, neues Energiemanagement mit Solarpaneele, Hochleistungsregler und Batteriebank, Dingy, Rettungsinsel, aufblasbare Rettungswesten, Fender, Segel investiert.

Im Unterhalt kostet so eine Yacht im Jahr um die 10.000 EUR; die Kosten setzen sich aus Liegeplatz, Haftpflicht- und Kaskoversicherung, Funkgebühr, Unterwasseranstrich inkl. Kranen, Motorservice, Reinigungsmittel, sonstige Verschleißteile beziehungsweise weitere Optimierungen am Schiff zusammensetzen.

Segelyacht Nambawan
Segelyacht Nambawan

Angenommen man will selbst mit dem Segeln anfangen. Was braucht man alles, um in See stechen zu können?

Zu Beginn sucht man sich am besten eine Segelschule, die einem sympathisch erscheint oder man sucht sich einen geeigneten Platz auf einer Segelyacht bei einem Kojencharter Anbieter. Da reicht es meiner Meinung nach, wenn man zuerst gemütlich mit einem Badetörn startet und nicht gleich einen Ausbildungstörn bucht, wo täglich alle Segelmanöver gedrillt werden.

Was man rechtlich braucht, um selbst in See stechen zu können ist länderspezifisch. Ich rate aber jedem, sich zuerst genügend Erfahrung anzusammeln und mit möglichst vielen verschiedenen Skippern zu trainieren, da man von allen etwas Neues lernen kann.

Segeln bei rauem Wetter
Segeln bei rauem Wetter

 

Was macht ihr alles auf einem Segeltörn?

Wir organisieren Segeltörns nach verschiedenen Schwerpunkten, sodass wir auch die Erwartungshaltung unserer Mitsegler erfüllen können.

Gemütliche Törns wie Badetörns, wo Relaxen, Baden, Sonnen und gutes Essen und Trinken im Vordergrund stehen. Da gehören auch Landausflüge dazu, um Land und Leute besser kennen zu lernen. Bei solchen Törns legt man pro Woche zwischen 80 und 150 Seemeilen zurück.



Bei intensiven Segeltörns segeln wir teilweise mehrere Tage und Nächte durchgehend. Das natürlich auch bei stärkeren Winden und Seegang. Teilweise auch One-Way-Törns, wie zum Beispiel heuer im Sommer wo wir innerhalb einer Woche von Lignano (Norditalien) nach Korfu in Griechenland gesegelt sind. Bei solchen Törns segelt man pro Woche bis zu 500 Seemeilen, also umgerechnet 925 km.

nambawan-glasklares-wasser

Kann man bei euch mitsegeln?

Gelegentlich nehmen wir segelbegeisterte Mitsegler mit auf unsere Törns. Bei Interesse einfach auf unserem Segelblog unter Törnziele nachlesen, was wir gerade so an Törns geplant haben. Oder Ihr folgt uns auf unserer Facebook-Fanpage, dann bleibt Ihr immer UpToDate. Gerne könnt Ihr uns auch ein E-Mail an flaschenpost@untersegeln.eu mit den konkreten Törnvorstellungen schreiben. Wenn möglich, werden wir dann einen maßgeschneiderten Törn organisieren.

Mitsegler
Mitsegler

 

 

Bilder: Titelbild: Clker; Bilder im Artikel: Markus

  • Hari

    Gutes Interview, schöne Segelbilder, macht echt Lust auf Segeln & Meer!

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