Parkett Titelbild 2

Martin klärt uns über Parkett-Böden auf

Rund 77 Millionen Quadratmeter Parkett werden in Europa jedes Jahr produziert, damit könnte man locker San Marino und Umgebung komplett mit Parkett überdecken. Parkett ist auch hierzulande sehr beliebt, jährlich werden rund 250 Millionen Euro für die Holzböden ausgegeben. Mehr über Parkett, was es mag, was nicht und was es ausmacht, erzählt uns heute Martin, der auch einen Blog über Parkett schreibt, im Interview.

 

 

Wo liegt der Unterschied zwischen Parkett und Laminat? Merkt man das überhaupt?

Grundsätzlich unterscheiden wir innerhalb des Parketts zwischen Einschicht- und Mehrschichtparkett. Einschichtparkett wie Stabparkett, Lamparkett oder Mosaikparkett besteht aus mehr oder weniger dünnen einzelnen Stäben oder Lammellen aus Vollholz. Das Mehrschicht beziehungsweise Fertigparkett ist gar nicht mal so weit von Laminat entfernt. Beide haben meist drei Schichten: Die unterste ist der Gegenzug, der Spannung erzeugt, damit sich der Bodenbelag nicht verbiegt. Dann kommt die Mittellage aus einer verdichteten Faserplatte. Und zu guter Letzt die oberste Schicht: Hier liegt der eigentliche Unterschied zwischen Parkett und Laminat. Bei Parkett besteht diese Ebene aus Echtholz, bei Laminat ist das eine Dekorschicht aus Papier, die ein bestimmtes Aussehen imitiert.


Welche Vor- und Nachteile hat Parkett verglichen mit andern Böden?

Parkett ist im Gegensatz zum Laminat angenehm fußwarm und langlebiger, da es in vielen Fällen abgeschliffen werden kann. Dafür ist der Pflegeaufwand, gerade bei geöltem Parkett, etwas höher. Hier sollte mindestens einmal im Jahr eine Komplettreinigung gemacht werden. Geöltes Parkett hat aber wiederum den Vorteil, dass einzelne Stellen ausgebessert werden können. Das geht bei Laminat oder versiegeltem Parkett nicht.

Ebenfalls raten wir in den meisten Fällen ab, Parkett in Nassbereichen wie Bad oder Küche zu verlegen. Holz ist ein Naturprodukt, das arbeitet, also quillt oder schwindet. Manche Hersteller bieten aber auch für diese Bereiche extra angefertigtes Parkett an.

Ein weiteres Plus: Die Optik. Natürliche Holzoberflächen finden wir einfach zeitlos schön. Parkett altert mit uns. Warum sollen nur wir Falten bekommen? :)

 

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Ist es einfach Parkett zu verlegen?

Ja und nein. Wenn „schwimmendes“ Parkett, also Klickparkett verlegt wird, dann ist das genau so einfach wie bei Laminat. Wenn aber Parkett vollflächig verklebt wird, dann empfehlen wir, einen Fachmann das machen zu lassen. Gründe: Der Kleber muss gleichmäßig aufgebracht werden und die Dielen exakt miteinander verbunden werden. Falls gegebenenfalls Regressansprüche oder Garantien später einzufordern sein sollten, ist das sicherer und erspart generell viel Arbeit.

 

Wie viel kostet Parkett in etwa pro Quadratmeter?

Beim Stöbern im Internet kann man auf Angebote von Klickparkett um die 14/15 Euro pro Quadratmeter stoßen. Nach oben sind, wie so oft, kaum Grenzen gesetzt. Ganz edle und exquisite Parkettböden von renommierten Herstellern können schon zwischen 150 und 200 Euro der Quadratmeter kosten.

Und wer Massivparkett beziehungsweise Einschichtparkett haben möchten? Da fängt es ungefähr bei 50 Euro pro Quadratmeter an. Grenzen nach oben? Gibt es nicht. Aber wer schon mal in einem Schloss zum Beispiel Tafelparkett gesehen hat, weiß warum.

 

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Was hält Parkett alles aus?

Generell ist Parkett recht strapazierfähig. Das hängt aber auch von der Holzart ab. Es gibt „weichere“ und „härtere“ Hölzer. Auskunft gibt uns darüber die Brinell-Härte. Diese wird in einem einheitlichen Verfahren getestet, um Hölzern einen Härtegrad zuzuweisen. Einheimische Nadelhölzer wie Kiefer oder Lärche sind nicht so hart wie Laubbäume wie Eiche, Esche, Buche oder Ahorn. Und Tropenhölzer wie Merbau, Doussie oder Wenge sind extrem robust. Kurz gesagt: In wenig benutzten Wohnräumen wie Schlafzimmer können weniger harte Parketthölzer verwendet werden, in höher frequentierten Zimmern härtere.

 

Auf Teppichboden sollte man besser keinen Rotwein schütten. Was sollte man mit Parkett auf keinen Fall machen?

Auch wenn eine Frau in High-Heels sexy aussieht… Pfennigabsätze bitte nicht auf dem Parkett. Ebenso haben Fußballschuhe mit Stollen nichts darauf zu suchen. Also alles Spitze sollte vermieden werden, da Kratzer und Dellen echt ärgerlich sind.

 

Welche Hölzer werden für Parkett hauptsächlich verwendet?

Aktuell ist das meistverkaufte Holz für Parkett Eiche. Es ist hart und vom Preis-Leistungsverhältnis echt top. Weiterhin, aber mit großem Abstand, wird Esche, Ahorn und Buche gern verwendet, wobei die beiden Letztgenannten nicht für Fußbodenheizungen verwendet werden sollten.

 

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Man sagt ja immer Holz arbeitet. Kann es dann sein, dass der Boden eines Tages einfach nicht mehr passt?

Eigentlich nicht, wenn er richtig verlegt wurde und richtig gepflegt wird. Vor dem Verlegen sollte eine Akklimatisierung des Bodens an den Raum von mindestens 48 Stunden bei circa 50 bis 60 Prozent Luftfeuchte und nicht unter 18 Grad Celsius erfolgen. Und wenn ein Wandabstand von circa 10 bis 15 Millimeter eingehalten wird, dann hat das Parkett genug „Freiheit“, sich entfalten zu können. Nass gewischt sollte auch nicht werden beziehungsweise wenn Parkett mal feucht wird, am besten sofort wegwischen.


Kannst du uns etwas über Parkett erzählen, das vielleicht nicht jeder weiß, eine Art „Geheimtipp“?

Da gibt es schon viele, aber ein ganz wichtiger Punkt ist das Thema „Dämmunterlagen“. Hier wird leider noch viel falsch gemacht. Dämmunterlagen für’s Parkett dürfen nur auf mineralische Unterböden wie Estrich, Fliesen oder Beton verlegt werden. Auf PVC, Holzdielen oder Spanplatten allerdings nicht! Hier besteht Schimmelgefahr, da diese Unterböden immer eine gewisse Eigenfeuchte besitzen. Alles genauer nachzulesen auf parkett-bericht.de.

 

 

Bilder: Titelbild: Clker; Tür: Rainer Sturm  / pixelio.de; Folie: Rainer Sturm  / pixelio.de; Tisch: Rainer Sturm  / pixelio.de

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