Rafting Titelbild

Mit dem Boot den Fluss runterfahren: Jonas im Interview über Rafting

Mit Booten ist es wie mit allen anderen Fortbewegungsmitteln auch. Wenn man Lust hat kann man ganz gemütlich über einen See paddeln oder mit einem Kreuzfahrtschiff entspannt die Welt umrunden. Wenn man will geht es aber natürlich auch wilder und abenteuerlicher, wie das zum Beispiel beim Rafting der Fall ist. Beim Rafting, das in unseren Breitengraden in den 80ern populär geworden ist, durchfährt man mit einem Schlauchboot Wildwasser in verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Mein heutiger Interviewpartner Jonas, der mit seiner Firma MAP-Erlebnis Rafting Touren anbietet, kann uns mehr darüber erzählen. Im Interview erfahren wir mehr über Wasser, Boote und das Erlebnis beim Rafting.

 

 

 

Wie bist du zum Rafting gekommen?

Hi Marten, erst einmal möchte ich mich für das Interesse an meiner Person und das Interview bedanken. Mein Weg zum Rafting ist sicherlich nicht der ganz klassische. Ich habe an der Fachhochschule in Weingarten Ravensburg Sozialpädagogik studiert und habe in dieser Zeit ein Praxissemester in der Erlebnispädagogik gemacht.

Total begeistert von der Mischung aus Pädagogik, Natur und Sport habe ich viele Jahre erlebnispädagogische Schullandheime und Teamtrainings mit Auszubildenden geleitet. In dieser Zeit ist der Wunsch nach Action immer mehr in mir gewachsen. Ich bin sportlich aktiv und übe viele Fun- und Extremsportarten aus (manchmal kann ich mich schon nicht mehr entscheiden welchen Sport ich an einem schönen Tag machen möchte). So kam ich auf die Idee Canyoning und Rafting mit erlebnispädagogischen Elementen zu verbinden. Heute biete ich mit meiner Firma Schullandheime, Firmen Events, sowie Canyoning und Rafting Touren im Allgäu an.


Was macht dir Spaß am Rafting?

Ich liebe das Wasser! Eigentlich egal in welcher Form, ob im Winter als Schnee oder am Meer mit Wellen. Das faszinierende am Wildwasser ist, dass man nicht nur jede Menge Action hat, sondern auch mit Köpfchen fahren muss. Es ist nicht so, dass man mit dem Rafting Boot einfach unbedacht in jede Stromschnelle hinein brettern kann. Es ist wichtig, das Wasser zu lesen und vorher zu entscheiden, welche Line die richtige ist. Fehler im Wildwasser können teils schwerwiegende Folgen haben. Natürlich liebe ich es auch wenn die Wellen über dem Boot zusammen brechen und man ordentlich durchgewaschen wird. Das Highlight ist dann noch, wenn meine Gäste nach einer Tour völlig erschöpft und glücklich sind.

 

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Ist das auch nach so vielen Durchgängen noch etwas Besonderes?

Auf jeden Fall, auch wenn es teilweise gegen Ende der Saison zäh werden kann. Aber dadurch, dass man auch immer wieder mit anderen Leuten unterwegs ist, ist jede Tour wieder eine neue Herausforderung. Zudem habe ich im Sommer auch Abwechslung beim Canyoning, wo ich auch regelmäßig Touren führe.

 

Wie schwierig ist das? Kann das jeder machen?

Ich bin der Meinung jeder der Lust darauf hat, kann das auch machen. Natürlich gibt es Beschränkungen die je nach Tour unterschiedlich ausfallen. Bei uns im Allgäu befahren wir überwiegend die Iller, die nicht extrem schwierig ist. Hier dürfen beim Familien Rafting auf einer ruhigeren Strecke sogar schon Kinder ab 6 Jahren mit ihren Eltern teilnehmen. Im Frühjahr während der Schneeschmelze oder nach starken Regenfällen verwandelt sich die Iller allerdings in einen reißenden Strom, der bei vielen Gästen zu großen Augen und Angstschweiß führen kann.

 

Wie lange dauert so eine Tour?

Das kommt etwas auf den Wasserstand und die Fließgeschwindigkeit an. In der Regel sind wir ca. 2,5 Stunden unterwegs. Auf der Strecke gibt es eine kleine Pause und eine geniale Schwimmstelle, wo sich die Gäste durch die Stromschnellen treiben lassen können, ein riesen Spaß!

 

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Wie viele Leute sind in einem Boot? Geht das auch alleine?

In der Regel fährt man beim Rafting in großen 8-10 Mann Booten. Auf der Iller im Allgäu bieten wir zudem auch kleinere Canadier Rafts an, die vor allem bei niedrigeren Wasserständen perfekt geeignet sind. In diesen sportlich wendigen Booten sitzt man zu zweit oder zu dritt und steuert selbst. Das ist eine tolle Herausforderung, bei der man viel über Paddeltechnik und auch Strömungen lernen kann.

Auch alleine kann man an einer Tour teilnehmen und sich einer Gruppe anschließen. Oder man wählt die kleinen Safari Rafts in denen man alleine sitzt. Diese sind sehr kippelig und sportlich, sehr ähnlich wie mit dem Kajak ist man agil in den Stromschnellen unterwegs.

 

Wie halten die Boote die teils sehr steinigen Wege aus?

Ich bin auch selbst immer wieder erstaunt was die Boote wegstecken! Teilweise gibt es schon recht heftige Einschläge, die aber nicht einmal Spuren hinterlassen. Das Material am Boden ist nochmals verstärkt und wirklich extrem robust, wobei man natürlich versucht so wenig Steinkontakt wie möglich zu haben. Es kann jedoch vorkommen, dass man einen besonders scharfen Stein oder ein Stück Metall (man glaubt gar nicht was in so einem Fluss alles rum schwimmt) erwischt und Luft verliert. Leider gibt es nie einen lauten Knapp, sondern nur ein lahmes „pffffffffff …“ das einen Haufen Arbeit bei der Reparatur bedeutet.

 

Kippt man beim Rafting oft um oder fällt raus?

Dass man raus fällt kommt doch öfter vor als man denkt. Da muss sich ein Gast nur kurz in die falsche Richtung lehnen wenn man zum Beispiel ein Kehrwasser ansteuert. Die Wucht die auf das Boot wirkt wenn das Wasser plötzlich in die andere Richtung fließt ist gewaltig und kann sogar dazu führen, dass ein Boot kippt. Das kann man als Guide auch ganz gut steuern und beeinflussen :) . Ich mache das auch immer etwas von meinen Gästen abhängig. Bei ängstlichen Teilnehmern fahre ich eine eher sanfte Line, bei der man nichts zu befürchten hat. Bei vorlauten Gruppen darf‘s dann aber doch auch die radikale Line sein und mal was riskiert werden. Im schlimmsten Fall schwimmt man ein kurzes Stück, was aber aufgrund der Sicherheitsausrüstung kein Problem ist.

 

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Fährt man auch gegen den Strom beziehungsweise aufwärts oder ist das nicht möglich?

Ja, das ist sogar sehr wichtig und eines der grundlegenden Manöver im Paddelsport. Bei der sogenannten Seilfähre kann man den Fluss ohne Höhenverlust queren und so zum Beispiel seine Spur vor einer heftigen Stromschnelle korrigieren. Auch beim Ein- und Ausfahren eines Kehrwassers muss man ein Stückchen gegen den Strom fahren.


Kann man auch Wasserfälle herunterfahren?

Zum Glück gibt es auf unseren Strecken keine Wasserfälle, die Gäste würden sich in die sowieso schon nassen Neoprenhosen machen. Nein, Spaß bei Seite! Man kann mit dem Rafting Boot auch Wasserfälle bezwingen. Im Prinzip ist auch jede Stromschnelle ein kleiner Wasserfall. Wenn es richtig vertikal wird sind mit dem Raft allerdings Grenzen gesetzt da es keine Technik gibt um das Boot in der Luft zu stabilisieren und zu kontrollieren. Soweit ich weiß, ist der höchste kommerziell mit dem Rafting Boot gefahrene Wasserfall in Neuseeland und misst 7m.

 

 

Bilder: Titelbild: Clker; Bilder im Artikel: Jonas/map-erlebnis.de

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