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Spiegelreflexkameras für Anfänger: Niklas erklärt welche DSLR und welches Zubehör für Einsteiger am besten ist

Seit es die Kamera ins Handy geschafft hat, werden überall und andauernd Fotos gemacht. Ein Selfie hier, ein Schnappschuss vom Dessert da und zum Abschluss noch ein Bild von der schlafenden Katze. Doch so sehr sich diese Kameras auch verbessern, eine Spiegelreflexkamera wird vom Feeling und den Möglichkeiten her immer die Königsklasse der Kameras sein. Und auch wenn die Abkürzung DSLR nach absoluter Profiware klingt, Spiegelreflexkameras sind gerade bei Hobbyfotografen sehr beliebt. Und wo viel Nachfrage ist, da ist auch ein Angebot. Als Einsteiger in die DSLR-Welt kann man da schnell mal von der großen Auswahl an Kameras, Objektiven und Co. erschlagen werden. Was davon für Einsteiger geeignet ist, mit welchen kleinen Anschaffungen man tolle Fotos bekommt und wovon man besser die Finger lässt erklärt uns daher heute Niklas, seines Zeichens Profi-Fotograf, im Interview.

 

 

Welche DSLR kannst du für Einsteiger empfehlen?

Nikon und Canon sind mit Sicherheit die gängigsten Hersteller von DSLR-Kameras und auch gut für Einsteiger geeignet, sowohl wegen der einfachen Bedienung als auch wegen des vergleichsweise fairen Preises. Konkrete Modelle für Einsteiger, die ich empfehlen würde wären die Canon EOS 700D und die Nikon D5300. Das sind zwar nicht die Einsteigerkameras dieser Hersteller (das wären die 1100D und die D3200), aber die würde ich auch eher nicht empfehlen. Die 700D und die D5300 haben viel Potenzial, sie können mehr oder weniger das was auch die großen Profigeräte können, nur natürlich nicht ganz so gut. Es sind aber alle wichtigen Funktionen mit dabei. Und wenn man sich so tief mit Fotografie auseinandersetzt dass man darüber nachdenkt eine DSLR zu kaufen, ist man mit diesen Mittelklassemodellen besser aufgehoben. Denn wenn man die günstigen Einsteigermodelle nimmt, ärgert man sich später vielleicht.


Welche Objektive sind für den Einstieg empfehlenswert?

Bei der 700D und der D5300 wird meistens ein Kit-Objektiv mit der Brennweite 18-55 Millimeter mitgeliefert. Es ist natürlich auch möglich dieses Objektiv nicht zu nehmen oder ein anderes Kit Objektiv zu wählen, aber das 18-55er eignet sich sehr gut für den Einstieg. Die Qualität ist in Ordnung, es gibt einen Bildstabilisator und es lässt sich auf Wunsch auch manuell fokussieren. Perfekt zum üben also. Zudem ist auch der Brennweitenbereich sehr praktisch. Zirka 30-35 Millimeter entspricht unserem normalen Blickfeld, also hat das Objektiv leichten Weitwinkel, Normalsicht und ganz leichten Zoom vereint. Auch Nahaufnahmen sind gut möglich. Für den Einstieg würde ich erstmal damit experimentieren, dann merkt man auch welche anderen Modelle man denn nun wirklich braucht. Denn vielleicht kauft man sich ein Teleobjektiv weil man es interessant findet, doch am Ende fotografiert man viel lieber Landschaften und benutzt es gar nicht.

 

362338_web_R_B_by_Manfred Schimmel_pixelio.de

 

Welche Objektive sind vielleicht später interessant?

Das ist wirklich schwierig zu beantworten, dafür gibt es einfach zu viele. Selbst die unterschiedlichen Typen von Objektiven gibt es von x-Herstellern in unzähligen Ausführungen und vielen Qualitätsunterschieden. Wie ich in der vorherigen Frage bereits gesagt habe: Kitobjektiv nehmen, rausgehen, fotografieren. Dann merkt man ob man mehr etwas für Nahaufnahmen braucht, gerne mehr Weitwinkel hätte oder doch lieber richtig Zoom. Und einfach gesagt bestimmt dann das Budget, welchen Typ zu welchem Preis man nimmt. Denn preislich sind Objektiven nach oben wirklich kaum Grenzen gesetzt…

 

716651_web_R_B_by_Tim Reckmann_pixelio.de

 

Welches Zubehör kannst du empfehlen?

Auf jeden Fall eine passende Tasche für Kamera, Objektive und Zubehör. Nicht nur wegen dem Schutz, sondern auch weil so eine Kameratasche (sie muss natürlich richtig aufgebaut sein) ungeheuer praktisch ist. In einem Rucksack endet eine Fototour meistens sehr unorganisiert und im Chaos, während bei einer Tasche ein Handgriff für das richtige Objektiv reicht. Welche Tasche man braucht hängt auch wieder von den genauen Bedürfnissen und der Menge der Ausstattung ab, am besten man durchsucht mal einen Shop für Kamerataschen. Man sollte da vorausschauend kaufen. Das heißt: wenn ich weiß dass ich mir bald noch zwei Objektive anschaffen will, sollte auch die Tasche dementsprechend Platz bieten.

Auf jeden Fall empfehlenswert ist außerdem ein zusätzlicher Akku. Das muss nicht diese Vorrichtung sein, mit der man zwei Akkus in die Kamera tun kann (ich finde die ist sogar recht unpraktisch), sondern einfach ein oder zwei zusätzliche Akkus, sodass man den Akku wechseln kann wenn er alle ist. Es gibt nichts ärgerlicheres als bei guten Motiven ohne Strom zu stranden.

Dann würde ich noch ein Mikrofasertuch empfehlen, denn man langt sich schneller mal ans Objektiv als einem lieb ist. Ich finde es schade dass Objektive meist ohne Mikrofasertuch geliefert werden, denn sie sind wirklich wichtig damit das Glas beim reinigen nicht zerkratzt.

 

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Welche kreativen Spielereien kannst du empfehlen?

Das einfachste Werkzeug für kreative Spielereien ist – so banal es klingen mag – das Stativ. Mit Langzeitaufnahmen bekommt man interessante Straßenfotos, Fotos von Bewegung, Sternenbahnen oder generell einfach mehr Schärfe ins Bild. Und für Langzeitaufnahmen braucht man eben ein Stativ.

Dann sind Filter noch etwas interessantes, aber nicht alle von ihnen. Solche Filter wie Rotfilter oder Grünfilter kann man sich eigentlich sparen. Bestimmte Farben lassen sich auch am Computer einfach und problemlos entfernen und Farbeffekte bekommt Instagram von ganz alleine hin. Graufilter und Starfilter sind aber unersetzlich. Graufilter ermöglichen eine längere Belichtungszeit, was es einem erlaubt auch bei praller Sonne bewegt wirkendes Wasser aufzunehmen. Starfilter lassen jede Lichtquelle (Sonne, Laternen, Autoscheinwerfer etc.) nicht punktförmig sondern wie ein Stern erscheinen. Ein sehr cooler Effekt!

Dazu kann ich noch eine Glaskugel empfehlen. Damit kann man auch interessante Fotos machen, in denen die Welt durch die Glaskugel gezeigt wird. Ein weiteres nettes Gimmick sind Rauchpatronen. Die zündet man an und dann rauchen sie in verschiedenen Farben was mit dem richtigen Motiv einfach nur wahnsinnig gut aussieht.


Wie viel Geld sollte man für ein Einsteiger DSLR-Set einplanen? Kann man da irgendwie etwas sparen?

Also wenn man jetzt mal auf die ganzen Kreativsachen verzichtet die ich gerade genannt habe, und nur die DSLR mit dem Kitobjektiv, eine Tasche, Zusatzakku sowie ein Mikrofasertuch nimmt, dann landet man bei 650 bis 700 Euro.

Sparen kann man überall, die Frage ist natürlich wie sinnvoll das ist. Von gebrauchten Kameras rate ich generell ab, denn eine richtig genutzte Kamera geht mit dem Fotografen durch dick und dünn, wird wieder und wieder und wieder ausgelöst und ist einfach ziemlich müde nach langer undintensiver Benutzung. Und wenn jemand bei ebay schreibt „selten benutzt, stand nur im Schrank etc.“ dann muss das ja nicht heißen dass das auch so ist. Gebrauchte Objektive sollte man aber durchaus in Betracht ziehen. Da ist meistens mehr Mechanik und weniger Elektronik im Spiel, die Bewegungen sind sanfter. Da kann auch nach längerer Zeit eher wenig kaputt gehen.

Bei Kameras kann es sich aber lohnen, die älteren Versionen neu zu kaufen. Die 600D von Canon ist zum Beispiel 50 Euro günstiger als die 700D. Ihr fehlen dann zwar auch Features wie der Touchscreen und die Eckdaten sind auf dem Papier niedriger als bei der 700D, aber in der Praxis sind die Kameras so gut wie auf einem Niveau, sie sind ja auch aus derselben Kameraklasse. Das ist wie der aktuelle 3er BMW gegen das Vorgängermodell. Ob man am Ende lieber 50 Euro sparen oder lieber das neuere Modell will, muss man abwägen. Ich persönlich würde wohl eher zum neueren Modell tendieren. Denn wenn man schon mehrere 100 Euro in so etwas investiert, dann sollte man es auch gleich richtig machen.

 

 

Bilder: Titelbild: Clker; Kamera in der Hand: Manfred Schimmel  / pixelio.de; Objektivreinigung: Tim Reckmann  / pixelio.de; Blume auf Objektiv: Andrea Damm  / pixelio.de

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