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Wie fühlt sich ein Herzinfarkt an? Oliver im Interview

2,8 Milliarden mal schlägt das Herz in einem Menschenleben. In dieser Zeit pumpt es insgesamt 160 Millionen Liter Blut durch den Körper, genug um einen Tanker zu füllen. Das faustgroße Organ muss dabei ununterbrochen seine Arbeit verrichten. Im Verhältnis zu den Abmessungen ist die Herzmuskelarbeit selbst bei ruhendem Körper größer als die der Oberschenkelmuskeln beim Sprinten. Wenn das Herz sich etwa aufgrund einer Verstopfung nicht mehr selbst mit Blut versorgen und seine Arbeit damit nicht mehr verrichten kann, spricht man von einem Herzinfarkt. Mein heutiger Interviewpartner Oliver hat bereits zwei davon hinter sich und schreibt auf seinem Blog über seine Erfahrungen. Heute im Interview erzählt er mehr darüber.

 

 

Wie fühlt sich ein Herzinfarkt an?

Oh, das dürfte sehr unterschiedlich sein. Meinen ersten, den ich aber als solches nicht erkannte, kam als unglaubliches Sodbrennen daher. Zumindest glaube ich, dass es dieses Ereignis war. Der zweite, den erkannte ich sofort als solches. Es war als ob mich jemand an der Schulter packt und mir mit Stiefelabsätzen den Brustkorb eindrückt. Ich bekam eine unglaubliche Angst und Schweißausbrüche.


Wie nahe warst du da dem Tod?

Viel zu nah. Mehrmals in wenigen Tagen. In meiner Chronologie schildere ich dies ganz genau. Im Prinzip war ich auf der „anderen Seite“.

 

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Hat man da Angst oder ist man zu „abwesend“ um das wirklich alles wahrzunehmen?

Ich war hellwach dabei. Vielleicht war es auch letztendlich diese Konzentration, die mich am Leben hielt. Das war mein einziger Wille – auf den war alles gerichtet. Es passierte ja auf der Autobahn.

 

Wie ist es bei dir zum Herzinfarkt gekommen?

Ich hatte zu hohes Cholesterin, war viel unterwegs und ernährte mich zu dieser Zeit relativ ungesund. Ich hatte auch überhaupt keinen Sport mehr gemacht. Das waren einige Faktoren, die letztendlich dazu führten, dass meine Gefäße am Herz verstopft waren.

 

Welche Ratschläge kannst du jemanden geben um einen Herzinfarkt zu verhindern?

Lebe gesund! :) Nein, im Ernst. Es ist gar nicht so schwer. Von jedem reicht schon ein bisschen: Gesund ernähren mit viel Gemüse und Obst. Weniger Fleisch, dafür mehr Fisch. Bewegung, Bewegung, Bewegung. Zum Beispiel einfach nur täglich Spazieren gehen oder Fahrradfahren. Und der wichtigste Punkt ist Zeit . Zeit für sich selbst nehmen! Und wenn man selbst schon in der Risiko-Zone ist, einen Arzt aufsuchen und dessen Ratschlag befolgen.

 

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Wie haben all diese Erlebnisse dein Leben verändert?

Sie haben mein Leben komplett umgekrempelt. Ich lebe nun bewusster. Ich habe wieder zu meinen alten Hobbys zurück gefunden. Ich ernähre mich gesünder und treibe täglich meinen Sport und bin viel mit meinem Hund draußen in der Natur.

 

Kannst du mittlerweile ohne Einschränkungen leben oder hat das alles immernoch Effekte?

Ich habe keine Einschränkungen mehr. Ich nehme halt noch drei Tabletten. Durch die OP sind mir Nerven abgestorben – in den äußeren beiden Fingern jeder Hand habe ich kaum mehr ein Gefühl.

 

Hast du Angst vor dem Tod?

Vor dem Tod nicht. Vor dem Sterben schon. Es gibt grausame Arten zu sterben. Der Herzinfarkt gehört nicht dazu. Vor dem Tod selbst muss man keine Angst haben. Das wichtigste ist halt wirklich, dass man das Leben schätzt.

 

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Wie bist du auf die Idee gekommen, deinen Blog zu schreiben?

Ich wollte mich im Internet schlau über das Erlebte machen und fand nichts. Wenn über Herzinfarkt geschrieben wird, dann meist von einer medizinischen Seite her. Das wollte ich ändern. Ich wollte aufzeigen, wie sich so etwas anfühlt. Nunja, natürlich war es auch am Anfang sicher eine gewisse Selbsttherapie. Dann stellte ich fest, dass tatsächlich viele Menschen Interesse an meinem Geschriebenen zeigten und so machte ich immer weiter. Ich bekam viele private Zuschriften mit der Bitte um Rat oder Hilfe. Ein Herzinfarkt ist etwas abstraktes. Aussenstehende können es nur schwer begreifen. Betroffene schweigen meist.


Wie siehst du die Welt heute anders im Vergleich zu, sagen wir vor 10 Jahren?

Die Welt ist hektischer geworden und dreht sich immer noch schneller – wie ein Karussell. Einer nach dem anderen fällt langsam heraus. Deshalb verlangsame ich selbst mein Umfeld. Das funktioniert und ist gut für’s Herz.

 

 

Bilder: Titelbild: Clker; Bildschirm: Martin Jäger  / pixelio.de; Süßigkeiten: Jörg Brinckheger  / pixelio.de; Blutdruck: Bernd Kasper  / pixelio.de

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