Sicherheitsschuh Titelbild

Wie funktionieren Sicherheitsschuhe und was halten sie aus? Paul klärt uns im Interview auf

11,92 Milliarden Euro werden in Deutschland jedes Jahr für Schuhe ausgegeben, allein bei Deichmann werden jährlich 1,8 Milliarden Euro in den Filialen gelassen. Hierbei geht es natürlich vorrangig um Freizeitschuhe. Auf der Arbeit können Sicherheitsschuhe aber viel wichtiger sein, da sie im Ernstfall den Fuß beschützen. Jeder, der schon einmal einen anhatte, hat wohl schonmal zum austesten auf die Schuhe gehauen und sich im Nachhinein darüber geärgert dass die Hand nun wehtut. Aber wie funktioniert das eigentlich? Wie genau ein Sicherheitsschuh aufgebaut ist, vor was er schützt und wo seine Belastungsgrenzen liegen erklärt uns heute der Sicherheitsbeauftragte Paul im Interview über das schützende Schuhwerk.

 

 

Wie ist ein Sicherheitsschuh aufgebaut?

Ein Sicherheitsschuh ist im Grunde genauso aufgebaut wie ein normaler Schuh auch. Das Besondere ist, dass zwischen Futter und Außenhaut eine Platte aus Metall oder Kunststoff eingearbeitet ist, die den Fuß (insbesondere die Zehen) schützt. Außen besteht der Schuh dann ganz normal aus Stoff oder Leder und die Sohle besteht aus Gummi. Die ist aus praktischen Gründen meistens sowieso etwas dicker (denn in einem Betrieb wo einem etwas auf dem Fuß fallen kann, kann man auch mal auf etwas spitzes treten und eine dicke Sohle hält das automatisch auf) und bei Bedarf kann noch eine durchtrittsichere Einlage in die Sohle mit eingearbeitet werden.


Welche verschiedenen Arten von Sicherheitsschuhen gibt es alles?

Grob unterscheidet man S1-, S2- und S3 Schuhe, die sich sozusagen in ihrer Ausstattungsvariante unterscheiden, sie halten an der Oberseite vom Gewicht her dasselbe aus. S1-Schuhe haben eine geschlossene Ferse sowie antistatische Eigenschaften. Schuhe der Klasse S1P sind zudem durchtrittsicher. S2-Schuhe sind wasserbeständig, da kommt also nicht herein was nicht herein soll. Ein S3-Schuh hat zudem noch eine profilierte Laufsohle und ist ebenfalls durchtrittsicher.

Dann gibt es neben diesen Grundausstattungen noch viele zusätzliche Extras, je nachdem wofür der Schuh benötigt wird. So gibt es Kälteisolierung, Wärmeschutz oder rutschgehemmte Schuhe.

 

480806_web_R_by_birgitH_pixelio.de

 

 

Wie viel hält ein Sicherheitsschuh maximal aus?

Ein Sicherheitsschuh muss nach ISO Norm 200 Joule Energie aushalten. Deswegen kann man auch keine Gewichtsgrenze nennen, da es zum einen darauf ankommt auf welche Fläche sich das Gewicht verteilt und wie schnell das Objekt auftrifft. Etwas, das aus 20 Zentimetern Höhe fällt, hat wesentlich weniger Wucht als ein Objekt, das von 70 Zentimetern kommt.

Wenn man ein Gewicht von 100 Kilogramm einfach auf den Schuh draufstellen würde, dann wäre das kein Problem. Wenn man aber sagen wir 50 Kilo aus einem Meter fallen lässt, dann wäre das schon problematischer. Aber eben nur, wenn das Gewicht direkt drauffällt. Wenn ein Gabelstapler über den Schuh fährt, wiegt der Gabelstapler zwar weit mehr als 100 Kilogramm, dafür verteilt sich seine Last aber auch auf mehrere Räder und dort wieder auf eine größere Fläche, die sich zudem nicht im Fall befindet.

 

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Sind Sicherheitsschuhe auch von unten geschützt, nicht nur von oben?

Durchtrittsichere Schuhe sind auch von unten geschützt. Es ist dann eine Kevlarschicht in die Sohle eingearbeitet, die zum Beispiel Nägel daran hindert, in die Schuhe einzudringen. Früher hat man für die Sohlen auch Metall verwendet, allerdings ist Kevlar wesentlich flexibler und leichter. So haben Feuerwehrmänner zum Beispiel mehr Bewegungsfreiheit.

 

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Gibt es lediglich die großen und relativ schweren Sicherheitsschuhe oder gibt es auch kompaktere Modelle?

Es gibt neben den Stiefeln auch Halbschuhe, Shops für Sicherheitsschuhe bieten in der Regel viele verschiedene Designs und Schuhtypen an. Die sind genauso geschützt wie die Stiefel auch und erfüllen dieselben Normen. Die Halbschuhe sind auch relativ leicht, wenn man sich viel bewegen muss ist das sehr praktisch. Bei den Stiefeln hat man dafür einen größeren Rundumschutz. Zwar hat man am Bein keine Metalleinlagen, aber mit einem robusten Stiefel doch einen guten Schutz. Noch kompaktere Modelle zu bauen wäre nicht sinnvoll, da nur mit einem Schuh der den Fuß auch umschließt Durchtrittsicherheit und eine sichere Oberseite gewährleistet werden kann.


Sind Sicherheitsschuhe auch im Alltag außerhalb von Beruf nützlich?

Nein, dafür sind sie auch nicht gemacht. Sicherheitsschuhe haben durch ihre Bauart nunmal einfach den Nachteil dass sie etwas schwerer, unhandlicher und auch stickiger sind als normale Schuhe. Das sind wirklich nur kleine Nachteile, die man beim arbeiten in Kauf nimmt für die eigene Sicherheit. Nach Feierabend braucht man sie aber nicht mehr. Wenn man mal etwas bei sich zuhause umbaut oder man räumt um und es besteht die Gefahr, dass etwas hinunterfällt, dann sind Sicherheitsschuhe durchaus von Nutzen. Sonst kann ich mir außer den teils ungewöhnlichen Launen der Mode oder Joggern, die eine Herausforderung suchen, keinen sinnvollen Anwendungsbereich vorstellen.

 

 

Bilder: Titelbild: Clker; Schwarze Schuhe: birgitH  / pixelio.de; Dreckige Schuhe: Kai Niemeyer  / pixelio.de; Lederschuhe im Wald: Rainer Sturm  / pixelio.de

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