Abitur Titelbild

Woraus besteht die Abiturnote? Daniel über seinen Abinotenrechner und das Abi generell

370.649 Schüler haben im Jahr 2013 das Abitur geschafft. Der Notenschnitt ist dabei in den letzten Jahren immer besser geworden. Lag 2006 die Durchschnittsnote noch bei 2,68, ist sie 2012 auf 2,4 abgesunken. Der Weg zu diesen Endnoten ist kompliziert. Man übersetzt zuerst die Noten in Punkte, zählt die dann alle zusammen, um am Ende wieder die Note zu bilden. Nur dass es nicht ganz so einfach ist. Wenn man also wissen will was einen notentechnisch erwartet, kann man einen Abinotenrechner benutzen. Mein heutiger Interviewpartner Daniel hat auf abi-rechner.com einen erstellt und steht im Interview Rede und Antwort.

 

 

Wie bist du auf die Idee für den Abirechner gekommen?

Als ich 2008 mein Abitur gemacht habe, wollte ich auf einfache Art und Weise meine Endnote berechnen – noch bevor ich das Zeugnis bekommen hatte. Viele andere Schüler hatten das gleiche Bedürfnis, zumal die Endnote (Numerus Clausus) entscheidend für Bewerbungen und Studienplätze ist. Zu dem Zeitpunkt gab es für Hamburg nur einen sehr spärlichen Abi-Rechner, der mir nicht ausreichend erschien. Zudem hat mich das Internet mehr und mehr interessiert und ich wollte selbst auch einmal eine Interseite starten: So war www.abi-rechner.com geboren.


Woher nimmst du die ganzen Daten, was wo wie viel zählt?

Die Recherche zu den Berechnungsgrundlagen war zeitintensiv, da jedes Bundesland abweichende Regelungen hat. Hinzu kommt, dass die Berechnungen komplex werden können, wenn Sonderfälle wie die Einbringung einer besonderen Lernleistungen oder Zusatzkursen, auftreten.

Jedes Bundesland hat eine Prüfungsordnung, in denen die Berechnungsgrundlagen aufgeführt werden. Diese sind oft recht mühsam im „Beamtendeutsch“ zu lesen. Es benötigt einige Zeit, um alles zu verstehen – Daher haben einige Bundesländer wie Hamburg Leitfäden oder Rundschreiben veröffentlicht, die die Berechnung der Abiturnote auf leichtere Art und Weise erklären. Auf meiner Webseite sind Verweise zu den Prüfungsordnungen, Leitfäden und Rundschreiben unter „rund-ums-abi“ zu finden.

 

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Wie oft ändert sich da was?

In den letzten Jahren war viel Bewegung in der Schulreform. So sind viele Schulen von G8 zu G9 übergegangen, während Niedersachsen nun wieder den umgekehrten Weg geht – Zurück zu G8.

Auch an den Berechnungen tut sich stetig was: So muss man berücksichtigen, dass einige Bundesländer wie Niedersachsen mittlerweile 3 anstatt 2 Fächer mit doppelter Wertung in den Halbjahresergebnissen bewerten, in anderen Bundesländern die Wahl der Prüfungsfächer, wie in Sachsen, stark eingeschränkt wurde. Andere Bundesländer wiederum haben die Anzahl der erlaubten Unterkurse verändert.

Man kann sagen, dass mindestens ein Bundesland, eher mehr, jährlich Änderungen an der Berechnung vornehmen und dies immer wieder zu Verwirrung bei den Schülern und Lehrern führt.

 

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Wie sehr unterscheidet sich die Punktevergabe in den einzelnen Bundesländern?

Grundsätzlich sind in jedem Bundesland maximal 900 Punkte erreichbar, mindestens müssen 300 erreicht werden. Auch sind die Abstände zwischen den Punktebereichen je Note gleich. Ebenso können in allen Bundesländern maximal 600 Punkte durch die Halbjahresergebnisse und 300 Punkte durch die Abiturprüfungen erreicht werden.

Ein Hauptunterschied liegt in der Gewichtung der Prüfungsnoten des Abiturs und der Gewichtung der Halbjahresergebnisse. So werden in Bayern die 5 Prüfungen 4-fach gewertet und keine Halbjahresergebnisse haben eine doppelte Gewichtung. In Rheinland-Pfalz hingegen werden die 4 Abschlussprüfungen 5-Fach gewertet und keins der insgesamt 8 Halbjahresergebnisse doppelt.

Je nachdem, ob Halbjahresergebnisse doppelt gewertet werden oder nicht, haben einige Fächer eine höhere Gewichtung als andere, sodass diese sich besonders positiv oder negativ auf die Endnote auswirken können.

 

  Wo ist das Abi generell leichter und wo schwerer?

Dies lässt sich so einfach nicht sagen. Grundsätzlich haben Bayern und Baden-Württemberg den Ruf, ein schweres Abitur zu haben. Die Stadtstaaten Hamburg, Berlin und Bremen hingegen sollen eher ein einfaches Abitur vertreten.

Bald wird auf meiner Seite zu sehen sein, wie die durchschnittliche berechnete Note je Bundesland ist, die die Schüler auf der Seite berechnet haben. So kann eingesehen werden, wo das Abitur leichter oder schwerer zu sein scheint.

 

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Ab wie vielen Punkten hat man einen Schnitt von 1,0? Und was braucht man da durchschnittlich pro Fach?

Für die Bestnote von 1,0 sind mindestens 823 nötig – 77 weniger als maximal möglich. Dazu reicht es, um genau zu sein, 13,717 Punkte im Durchschnitt zu haben. Wer also in allen Fächern „nur“ 14 Punkte (maximum ist 15) hat, der hat auch das Abitur mit 1,0 bestanden.

 

Gibt es ein paar Regelungen die einem Schlupflöcher bieten, wo man also Noten austauschen kann?

In den meisten Bundesländern gibt es die Möglichkeit eine besondere Lernleistung einzubringen anstatt das 4. oder 5. Prüfungsfach abzulegen. Wer also eher schwach in Prüfungssituationen ist, der kann die Lernleistung einbringen. Hinzu bieten einige Länder die Möglichkeit mehr Halbjahresergebnisse als nötig einzubringen. Dies macht Sinn, wenn die Durchschnittsnote der Zusatzkurse besser ist, als die der Pflichtkurse.

 

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Kann man auch einen Schnitt besser als 1,0 erreichen?

Eine Note von 0,7 auf dem Abiturzeugnis zu bekommen ist nicht möglich. Die maximal erreichbare Punktzahl beträgt 900 Punkte und entspricht 1,0. Rein rechnerisch entsprechen 15 Punkte in einer Klausur einer 1+ und damit einer Note von 0,7. Dies hat jedoch nichts mit der Endnote des Abiturs zu tun.


Wer denkt sich all diese Regelungen der Punkte und Co eigentlich aus?

Die Regelungen für das Abitur sind Ländersache. Jedoch gibt es Übereinstimmungen wie für die maximal erreichbare Punktzahl und die Punktebereiche. Auch schreiben einige Bundesländer mittlerweile die gleichen Prüfungen.

 

 

Bilder: Titelbild: Clker; Tafel: Dieter Schütz  / pixelio.de; Rechenaufgaben: M. Großmann  / pixelio.de; Würfel: U.Weinreich  / pixelio.de; Heft: Joerg Trampert  / pixelio.de

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